Asklepios Kliniken
Bild: Ruderer
Kooperation. OSP. Asklepios.

Gemeinsam zum Erfolg

Ein Interview mit Ingrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein und Joachim Gemmel, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH.

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Win-win-Situation

Von der Partnerschaft profitieren beide Seiten

Zwei Protagonist:innen, eine Vision: Seit rund 10 Jahren fungieren Asklepios und der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein (OSP) als Partner:innen und arbeiten gemeinsam daran, die Athlet:innen aus Hamburg und dem Norden bestmöglich zu unterstützen und das Thema Sport und Prävention in den Fokus zu rücken.

Im gemeinsamen Interview sprechen OSP-Leiterin Ingrid Unkelbach und Joachim Gemmel, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, über die besondere Kooperation sowie die bevorstehenden Olympischen und Paralympischen Spiele.

Bild: Ingrid Unkelbach

„Die Partnerschaft besteht nicht nur auf dem Papier!“

Interview: Janina Darm
Foto: © Close Distance Productions

Seit 2011 fungiert Asklepios als Kooperationspartner und Hauptsponsor des OSP und unterstützt die Athlet:innen in medizinischer Hinsicht. Wie kam es zu diesem Engagement?

Ingrid Unkelbach: Die Partnerschaft ist im Grunde das Ergebnis einer Kaltakquise. Wir waren damals auf der Suche nach Sponsoren und sind unter anderem auch auf Asklepios zugegangen, da wir viele Schnittstellen gesehen haben. Im Rahmen intensiver Gespräche wurde dann deutlich: Die Kooperation kann funktionieren. Und dieser erste Eindruck hat sich bewahrheitet! Die Partnerschaft besteht nicht nur auf dem Papier – wir pflegen vielmehr einen intensiven Austausch und freuen uns, einen solch starken und vielseitigen Partner und Sponsor wie Asklepios an unserer Seite zu haben.

Joachim Gemmel: Das Kompliment kann ich seitens Asklepios nur zurückgeben. In den ersten Jahren der Kooperation haben wir vor allem die Notfallversorgung der OSP-Spitzensportler:innen übernommen. 2015 wurde diese gute und erfolgreiche Zusammenarbeit ausgeweitet – seither fungiert das Institut für Sportmedizin und Prävention an der Asklepios Klinik St. Georg als zentrales Untersuchungszentrum und bietet neben der medizinischen Behandlung zusammen mit den Trainingswissenschaftler:innen des OSP auch die Leistungsdiagnostik für die Topathlet:innen aus Hamburg und Norddeutschland an. Darauf sind wir sehr stolz und freuen uns, ehemalige, amtierende und künftige Olympiasieger:innen auf ihrem sportlichen Weg begleiten zu dürfen.

Inwiefern profitieren Asklepios auf der einen und der OSP auf der anderen Seite von der Partnerschaft?

Unkelbach: Ich denke, es ist für beide Seiten eine Win-win-Situation. Als OSP profitieren wir natürlich von dem außergewöhnlichen medizinischen Know-how und dem exzellenten Netzwerk, das Asklepios aufgrund des Klinikclusters in Hamburg besitzt. Asklepios wiederum vergrößert durch die Zusammenarbeit mit den jungen Athlet:innen sicherlich auch sein Behandlungsspektrum.

Gemmel: Das stimmt. Durch die Partnerschaft stehen wir in engem Austausch mit absoluten Topsportler:innen und bieten Mitarbeiter:innen dadurch einen attraktiven und vielfältigen Arbeitsplatz, den es in dieser Form deutschlandweit nur selten gibt. Gleichermaßen Breitensportler:innen und Leistungssportler:innen zu betreuen, immer neuen Herausforderungen und Ansprüchen zu begegnen und darüber hinaus einen intensiven interdisziplinären Austausch zu pflegen – das ist für viele Mediziner:innen und Trainingswissenschaftler:innen extrem reizvoll. Abgesehen davon können wir mithilfe der Partnerschaft auch unser Ziel der Gesundheitsprävention stärken und ausbauen. Eine Säule, die für Asklepios von großer Bedeutung ist.

Bild: Joachim Gemmel

„Gesundheitsprävention und das Fördern sportlicher Aktivitäten ist Teil der Asklepios-DNA.“

Foto: © Asklepios Kliniken

Können Sie das näher erläutern?

Gemmel: Gesundheitsprävention und das Fördern sportlicher Aktivitäten ist Teil der Asklepios-DNA. Mit unserem Engagement für den OSP möchten wir diesbezüglich ein Zeichen setzen und die Menschen für dieses wichtige Thema sensibilisieren. Keine Sorge: Es muss nicht jeder zur Kader-Athletin oder zum Kader-Athleten werden. Doch Fitness und Vitalität sind nachweislich entscheidende Parameter, um die eigene Gesundheit zu schützen und bestmögliche Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben zu schaffen. Als Gesundheitsdienstleister folgen wir diesem Credo und unterstützen übrigens nicht nur die sportliche Elite: Asklepios Alleingesellschafter Dr. Bernard gr. Broermann gründete bereits 1988 eine eigene Stiftung – mit dem Ziel, bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise zu schaffen und Erkrankungen aktiv vorzubeugen. In meiner Zeit als Geschäftsführender Direktor am Standort Heidberg konnte ich für die Stiftung ein Präventionsprojekt mit einer Schule in Ahrensburg umsetzen. Es war schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Schüler:innen und unsere Therapeut:innen zusammengearbeitet haben. 

Sie erwähnten bereits das Institut für Sportmedizin und Prävention an der Asklepios Klinik St. Georg. Welche Rolle kommt ihm im Hinblick auf die Kooperation zu?

Gemmel: Das Institut fungiert seit 2015 als zentrale Anlaufstelle für die Athlet:innen des OSP. Und mit Institutsleiter Michael Ehnert steht nicht nur ein ausgewiesener und sehr engagierter Sportmediziner an der Spitze der Einrichtung, sondern darüber hinaus auch ein überaus erfahrener Experte, der im Laufe der Jahre zahllose Leistungssportler:innen betreut hat und einen ungeheuren Erfahrungsschatz aufweist. Ehnert ist nicht nur Diagnostiker und Behandler, er ist für die Athlet:innen auch bei privaten Sorgen und Problemen jederzeit erreichbar. Die Sportler:innen erhalten somit ein Rundum-Sorglospaket von Asklepios – das gilt übrigens nicht nur für die Leistungsträger:innen des OSP, sondern auch für ganz normale Patient:innen, die am Institut genauso intensiv betreut werden wie die Topathlet:innen.

Unkelbach: Das kann ich so bestätigen. Für uns ist die Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportmedizin und Prävention wie ein „Sechser im Lotto“. Unsere Sportler:innen profitieren sehr stark davon, mit Michael Ehnert einen Hauptansprechpartner zu haben, der extrem erfahren ist, ein breites medizinisches Spektrum abbildet und, wenn nötig, auch Kolleg:innen und Expert:innen anderer Fachbereiche zurate zieht oder entsprechende Überweisungen tätigt. Hinzu kommt, dass die Athlet:innen durch das hervorragende Netzwerk des Konzerns sehr kurze Wege haben und ihnen bei Problemen, Verletzungen oder Erkrankungen schnell und unkompliziert geholfen wird. Das ist in dieser Form sicherlich einzigartig. Und angesichts dessen verwundert es auch kaum, dass ich hinsichtlich der Kooperation und medizinischen Betreuung durch Asklepios seit rund zehn Jahren ausschließlich positive Rückmeldungen der Aktiven erhalte.

Bild: Schwimmerin im Becken

Sie erwähnten den breiten Erfahrungsschatz von Institutsleiter Michael Ehnert. Er war als Verantwortlicher Ärztlicher Leiter des Deutschen Schwimmverbandes Hamburg/Schleswig-Holstein bereits bei den Olympischen Spielen in Brasilien im Einsatz. Sind solche Erfahrungswerte ein zusätzlicher Vorteil für die Spitzensportler:innen?

Unkelbach: Das kann man durchaus so sagen. Dieser Umstand ist sicherlich etwas Außergewöhnliches und sinnbildlich gesprochen ein weiteres Rädchen, das perfekt ins große Ganze greift. Als Verbandsarzt des Deutschen Schwimmverbands hat Michael Ehnert bereits viele Wettkämpfe und sportliche Entscheidungen begleitet. Er weiß genau, in welche Situation sich die Athlet:innen begeben, kennt die Abläufe und fungiert insofern als wichtige Vertrauensperson. Das ist sicherlich ein Glücksfall.

Gibt es weitere Einrichtungen der Asklepios Kliniken, die in größerem Umfang in die Betreuung und Behandlung der Athleten involviert sind?

Gemmel: Das Institut für Prävention und Sportmedizin in St. Georg arbeitet extrem eng mit den anderen Fachabteilungen der Klinik zusammen. Außerdem betreibt Asklepios in Hamburg, wie Frau Unkelbach bereits erwähnte, das größte Klinikcluster in ganz Europa. Das heißt, dass es in unseren Häusern eine Vielzahl von Expert:innen gibt, die bei Erkrankungen und Verletzungen von Sportler:innen hinzugezogen werden können. Das ist für die Athlet:innen ein großer Vorteil, weil sie sich sicher sein können: Sie werden auf ganzer Linie von Spitzenmediziner:innen betreut und können sich komplett auf das medizinische Personal verlassen. Künftig wollen wir auch die Zusammenarbeit mit unseren ambulanten Therapiezentren ausbauen. Das Institut für Sportmedizin und Prävention ist und bleibt aber sicherlich die zentrale Anlaufstelle für die Profisporter:innen.

Blicken wir auf die Olympischen und die Paralympischen Spiele. Herr Gemmel, verfolgen Sie die beiden Sporthighlights des Jahres?

Gemmel: Ich bin sehr sportbegeistert, und die Austragung der Sommerspiele in Tokio habe ich natürlich fest im Blick. Es ist immer wieder beeindruckend, wie Athletinnen und Athleten punktgenau Bestleistungen abrufen und wie akribisch sie auf ihren Traum von der Olympiamedaille hinarbeiten.

Welche Disziplin fasziniert Sie am meisten?

Gemmel: Als Freizeit-Triathlet freue ich mich sehr auf die Triathlon Einzel- und Teamwettkämpfe. Spannend finde ich, dass man bei Olympia und den Paralympics auch Sportarten zu sehen bekommt, die sonst wenig mediale Aufmerksamkeit genießen, wie etwa Hockey oder Rollstuhl-Basketball.

Und welche Disziplin steht auf Ihrer Favoritenliste ganz oben, Frau Unkelbach?

Unkelbach: Ich habe ehrlich gesagt keine Präferenz. Von Hause aus bin ich zwar Schwimmerin und habe diesen Sport jahrelang auf Leistungsniveau betrieben. Aber durch meine Tätigkeit als Leiterin des Olympiastützpunkts habe ich auch andere Disziplinen kennen und schätzen gelernt – insbesondere die Mannschaftssportarten. Es gibt kaum eine Sportart, die mich nicht in ihren Bann zieht.   

Bild: Leichtathletik

Werfen wir einen Blick auf Tokio: Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden die Sommerspiele um ein Jahr verschoben. Welche Auswirkungen hatte diese Entscheidung auf die Sportler:innen?

Unkelbach: Eine große. Unsere Top-Athlet:innen haben seit rund eineinhalb Jahren kaum einen Wettkampf bestritten. Sich mit anderen zu messen, die eigene Leistungsfähigkeit zu überprüfen – all das fiel Corona-bedingt weg. Abgesehen davon schwebt nach wie vor ein Damoklesschwert über den Olympischen und den Paralympischen Spielen: Immer wieder wird man gefragt, ob die Events tatsächlich stattfinden oder nicht doch abgesagt werden. Das beschäftigt natürlich auch die Sportler:innen, für die die Teilnahme häufig ein Lebenstraum ist. Angesichts dessen schwankt die Stimmung bei den Aktiven. Die Olympischen und Paralympischen Spiele werden in keinem Fall so werden, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen.

Es wird keine Zuschauer aus dem Ausland in den Wettkampfstätten geben, Freunde und Familie dürfen nicht anreisen, das Betreuerteam ist auf ein Minimum reduziert, und an die Besuche anderer Wettkämpfe oder gar einen Japan-Urlaub nach den Spielen ist nicht zu denken. Das ist extrem schade für die Sportler:innen, aber leider nicht zu ändern.

Konnten sich die Athlet:innen in sportlicher Hinsicht angemessen auf die Spiele vorbereiten?

Unkelbach: Abgesehen von einem kurzen Trainingsverbot Ende März/Anfang April vergangenen Jahres hatten die Topsportler:innen – anders als der Nachwuchs – dank Sondergenehmigungen keinerlei Beschränkungen und konnten wie gewohnt trainieren. Trainingslager im Ausland waren allerdings weitestgehend tabu. Und auch die bereits erwähnten fehlenden Wettkämpfe stellen die Athlet:innen vor große Herausforderungen. Manche von ihnen dürften Probleme haben, in den Wettkampf-Rhythmus hineinzukommen. Doch so geht es sicherlich vielen Sportler:innen weltweit.

In vielen Ländern fielen Pandemie-bedingt zeitweise auch die Dopingkontrollen weg. Sind faire Wettkämpfe in Tokio überhaupt möglich?

Unkelbach: Das kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur: Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat die Kontrollen in Deutschland keinesfalls schleifen lassen. Hier wurde ausgiebig getestet. Für die Sportler:innen gilt aber ohnehin: Sie müssen sich auf sich selbst konzentrieren.

Nach Absprache zwischen Pfizer/Biontech und dem IOC sollen alle potenziellen Olympia-und Paralympics-Teilnehmer vor Beginn der Spiele geimpft werden. Die Weltgesundheitsorganisation lobte zudem die Anti-Corona-Vorkehrungen der japanischen Organisatoren. Einige Virologen warnen jedoch vor einem möglichen Superspreading-Event. Wie sind Ihre Erwartungen: Können „sichere“ Spiele garantiert werden?

Unkelbach: Eine Garantie gibt es ganz sicher nicht. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass die Verantwortlichen alles daransetzen werden, bestmögliche Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf der Olympischen und Paralympischen Spiele zu schaffen.

Bild: Skylineansicht Tokio

Können Sie den Unmut einiger Japaner:innen hinsichtlich der Austragungen verstehen?

Unkelbach: Durchaus. Als Insel hat Japan rein theoretisch beste Chancen, sich abzuschotten und die Pandemie zu kontrollieren – ähnlich wie Neuseeland und Australien. Reisen nun Vertreter aus fast allen Ländern der Welt an, besteht möglicherweise die Gefahr, dass die Pandemie an Fahrt aufnimmt oder Mutationen entstehen. Aber ich betone noch einmal: Ich bin überzeugt davon, dass die Hygienekonzepte greifen und sich alle Beteiligten an die Regeln halten werden. Und die Impfungen reduzieren das Pandemie-Risiko zusätzlich.

Eine Absage käme aus Ihrer Sicht demnach nicht infrage.

Unkelbach: Nein, da halte ich es wie DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie die Olympischen und Paralympischen Spiele durchgeführt werden. An der Pandemie-Situation selbst hat sich seit rund zwei Monaten nichts geändert. Im Gegenteil. Die Impfkampagne nimmt weltweit Fahrt auf. Ich bin zuversichtlich, dass die Sommerspiele stattfinden werden.

Zurück zur Partnerschaft von Asklepios und dem OSP. Haben Sie Wünsche für die Zukunft?

Unkelbach: Wir hoffen natürlich, dass die Kooperation mit Asklepios noch lange fortbestehen wird. Man darf sich allerdings niemals zurücklehnen, muss das hohe Niveau, auf dem wir gemeinsam agieren, immer wieder überprüfen, halten und ausbauen. Doch die vergangenen Jahre haben gezeigt: Diese Partnerschaft ist extrem stark. Daran lässt sich anknüpfen.

Gemmel: Das sehe ich genauso. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Und ich wünsche mir, dass die Stadt Hamburg die Welt des Sports auch in Zukunft fest im Herzen trägt und sich weiterhin für die vielen unterschiedlichen Disziplinen und Sportler:innen einsetzt – nicht nur auf Profiebene, sondern auch im Bereich des Freizeitsports. Hoffentlich finden die vielen tollen Veranstaltungen in der Hansestadt bald wieder statt. Gesundheit geht mit Bewegung einher. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Deshalb sollten wir gemeinsam daran arbeiten, attraktive Angebote in diesem Bereich zu schaffen und die Menschen bei ihren Aktivitäten unterstützen. Wenn wir das im Hinterkopf behalten, ist viel gewonnen.

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Mehr zum Thema

Mehr Informationen zur Kooperation zwischen dem OSP und Asklepios finden Sie auf der Homepage des

 

Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein

 

und der

 

Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA.