Asklepios Kliniken
Bild: Ungesunde Snacks Pizza Burger Pommes
Gesunde Ernährung. Snacks. Gesund leben.

Bewusst snacken – Das steckt in unseren Lieblingssnacks

Können Sie am Ende des Tages sagen, was sie gegessen haben? Und wissen Sie , was in der Nahrung enthalten ist? Wir zeigen Ihnen, was wirklich drin steckt.

Scrollen

Nicht nur die Kalorien zählen

Unterwegs schnell ein Schokoriegel gegen den kleinen Hunger, mittags dann ein belegtes Brötchen oder der fertige Supermarktsalat vor dem Rechner, danach zur Tasse Kaffee im Meeting ein paar Kekse und nach dem Abendbrot geht der Griff in die Chipstüte. Situationen, die eigentlich jeder von uns kennt. Der kleine Snack zwischendurch ist schnell zur Hand, immer und überall verfügbar. Was jedoch oft vergessen wird, sind die zusätzlichen oftmals leeren Kalorien, die man mit diesen vermeintlich kleinen Mahlzeiten zu sich nimmt.

Darüber hinaus stecken in vielen Produkten Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel, Aroma- und Konservierungsstoffe, die sich negativ auf unser Essverhalten, das Gewicht und die Gesundheit auswirken können. Doch wie schafft man es, im stressigen Alltag einen neuen Weg einzuschlagen? Wir haben hilfreiche Tipps zusammengestellt und darüber mit dem bekannten Internisten, Diabetologen und Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl vom Medicum Hamburg gesprochen.

Wer in alten Gewohnheiten feststeckt, braucht neue Ideen für ein gesünderes Leben.

Dr. med. Matthias Riedl Ernährungsmediziner, Ärztlicher Direktor Medicum Hamburg

Bild: Gesunde Lebensmittel und Ernährungstagebuch
Achtsam essen

Der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einer gesünderen Ernährung ist, ein Bewusstsein für das eigene Essverhalten zu schaffen. Schreiben Sie ein paar Tage lang am Stück auf, was, warum und wann Sie über den Tag verteilt gegessen haben. Sie werden sicher erstaunt sein, wie viele Nahrungsmittel Sie unbewusst und zwischendurch zu sich nehmen. Oft essen wir Zwischenmahlzeiten nämlich gar nicht unbedingt aus Hunger, sondern aus Appetit oder sogar Langeweile.

Wenn Sie diesen Überblick haben, setzen Sie sich mit den Nahrungsmitteln im Einzelnen auseinander, z. B. Menge, Kaloriengehalt, Zuckeranteil, Fettgehalt. Schauen Sie sich die Informationen auf der Verpackung genau an. Welche Zusätze wie Geschmacksverstärker, Bindemittel, Konservierungsstoffe sind enthalten? Sie werden schnell merken, dass vor allem in fertig verarbeiteten Produkten nicht nur eine erhöhte Menge an Kalorien aus Fett und Zucker steckt, sondern dass Sie damit Ihrem Körper auch Stoffe zuführen, die er nicht braucht oder mehr noch, die ihm sogar schaden können.

Bild: Bürokraft isst am Arbeitsplatz
Ablenkungen vermeiden

Der zweite Faktor, den Sie direkt beeinflussen können, ist die Zeit, die Sie sich für das Essen nehmen. Je schneller und unbewusster Sie essen, desto mehr essen Sie auch. Versuchen Sie, sich wieder Freiräume für die Mahlzeiten zu schaffen und vermeiden Sie Ablenkungen. Gehen Sie zum Beispiel in der Mittagspause bewusst weg vom Arbeitsplatz. Essen Sie zuhause nicht vor dem Fernseher, sondern am Esstisch. Vor allem am Anfang sind solche Maßnahmen ein wirksames Mittel, um sich eine neue Essroutine anzugewöhnen.

Das klingt erst einmal natürlich mehr nach Arbeit, als nach Spaß. Dass es sich aber lohnt, weiß auch Dr. Matthias Riedl: „Mit einer gesunden und angepassten Ernährung lassen sich Krankheiten nicht nur mildern oder heilen, es kann der Entstehung mancher Erkrankungen auch effektiv vorgebeugt werden. Und das ist keine Scharlatanerei, sondern stimmt tatsächlich! Also egal, ob Sie vielleicht bereits an Gicht oder Typ 2 Diabetes erkrankt sind, oder ob Sie verhindern wollen, später im Leben solche Krankheiten zu entwickeln: Mit der richtigen Ernährung werden Sie sich nicht nur fitter und gesünder fühlen, man wird es Ihnen auch ansehen!“

Wie viel darf ich denn essen?

Vor allem, wenn Sie Ihr Gewicht mit einer Ernährungsumstellung auf ein gesundes Maß reduzieren möchten, sollten Sie eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie viele Kalorien und Nährstoffe Sie am Tag verbrauchen. Der so genannte Grundumsatz, der sich durch Ihre körperlichen Voraussetzungen (z. B. Gewicht, Körperzusammensetzung, Alter, Geschlecht) bestimmt, wird dabei noch um Ihren Aktivitätsfaktor ergänzt.

Stellen Sie sich dafür folgende Fragen: Arbeiten Sie zum Beispiel überwiegend im Sitzen oder müssen Sie auch bei der Arbeit viel laufen? Machen Sie viel Sport oder gehen Sie abends lieber auf die Couch? Fahren Sie mit dem Rad oder sehr viel mit dem Auto?

 

Berechnung des Gesamtenergiebedarfs

Grundumsatz

Körpergewicht (kg) x 24 = Grundumsatz (in kcal)
 

Gesamtenergieverbrauch

Grundumsatz x PAL = Gesamtenergieverbrauch
 

PAL

  • 1,2 - 1,3: gebrechliche, immobile, bettlägerige Menschen (ausschließlich sitzende oder liegende Lebensweise)
  • 1,4 - 1,5: Büroangestellte, Feinmechaniker (ausschließlich sitzende Tätigkeit mit wenig oder keiner anstrengenden Freizeitaktivität)
  • 1,6 - 1,7: Laboranten, Studenten, Fließbandarbeiter (sitzende Tätigkeit, zeitweilig auch zusätzlicher Energieaufwand für gehende und stehende Tätigkeiten, wenig oder keine anstrengende Freizeitaktivität)
  • 1,8 - 1,9: Verkäufer, Kellner, Mechaniker, Handwerker (überwiegend gehende und stehende Arbeit)
  • 2,0 - 2,4: Bauarbeiter, Landwirte, Waldarbeiter, Bergarbeiter, Leistungssportler (körperlich anstrengende berufliche Arbeit oder sehr aktive Freizeittätigkeit)

 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Icon: Glühbirne
Der Expertentipp von Dr. Riedl

Der tägliche Energieverbrauch des Körpers ist zu unterteilen in den Grundumsatz und den Bedarf für körperliche Aktivität. Der Grundumsatz wird benötigt, damit alle Organe versorgt werden und die Verdauung funktionieren kann. Mit einer einfachen Faustformel kann der Grundumsatz einer Person geschätzt werden: Körpergewicht (kg) x 24 = Grundumsatz (in kcal).

Der Bedarf für die körperliche Aktivität ist individuell sehr verschieden und wird durch den Aktivitätsfaktor PAL ausgedrückt. Wird dieser mit dem Grundumsatz multipliziert, erhält man den Gesamtenergiebedarf eines Menschen. So haben Personen mit einer ausschließlich sitzenden Tätigkeit etwa einen PAL von 1,2, während Personen, die überwiegend im Stehen oder Gehen arbeiten, eher einen PAL von 1,8 haben. Mit dieser einfachen Formel kann ungefähr abgeschätzt werden, wie hoch der individuelle tägliche Energiebedarf ist.

„Egal, wie stressig der Alltag ist: Für das Zubereiten von gesunden Gerichten werden Sie immer etwas Zeit finden und Sie werden merken, wie gut es Ihnen tut.“

Dr. med. Matthias Riedl

Bild: Verschiedene frische zutaten

Frisch auf den Tisch

Fertigprodukte erfreuen sich einer großen Beliebtheit, vor allem, weil es bequem ist. Das belegte Brötchen vom Bäcker oder auch die Tütensuppe, die nur mit heißem Wasser aufgegossen werden muss, ist natürlich auf den ersten Blick in der kurzen Mittagspause eine willkommene Mahlzeit.

Es geht schnell und macht keine Umstände. Auch zuhause versprechen uns Fertigprodukte, die knapp bemessene Zeit nicht in der Küche verschwenden zu müssen. So bleibt mehr Zeit für Familie und Freunde. Doch sind Fertigprodukte wirklich schneller zubereitet und günstiger als ein Gericht aus frischen Zutaten? 

Nimmt man ein einfaches Gericht wie Kartoffelpüree als Beispiel, dann wird schnell klar: Das Fertigprodukt ist vielleicht etwas schneller fertig, durchschnittlich aber fast doppelt so teuer pro Portion wie das frische Püree. Zutaten wie Butter und Milch muss man unter Umständen auch beim Fertigprodukt hinzufügen. Darüber hinaus stecken in den meisten Fällen im Fertigprodukt eine Vielzahl an Zusatzstoffen wie Emulgatoren, Antioxidationsmittel, Stabilisatoren und Aromen.

Was hier im kleinen Beispiel beschrieben ist, gilt für die meisten Fertigprodukte im Allgemeinen, weiß auch Dr. Riedl: „Fertigprodukte enthalten oft große Mengen an Zucker, Salz und Zusatzstoffen, wie zum Beispiel Geschmacksverstärker, und sind dabei gleichzeitig arm an Ballaststoffen. Außerdem entstehen bei der Herstellung solcher Produkte oft Transfettsäuren, die das Risiko für koronare Herzkrankheiten oder Fettstoffwechselstörungen erhöhen können. Auch empfindliche Vitamine können durch die Produktion verloren gehen. Wenn Sie selber kochen, können Sie auf all diese Zusätze verzichten und Gerichte zubereiten, die nicht nur natürlicher und gesünder sind, sondern oft auch besser schmecken.“

Bild: Frau liest Zutatenliste

Warum
Zusatzstoffe
zum Problem
werden können

Zusatzstoffe werden in Lebensmitteln zum einen verwendet, um die Produktion möglichst kostengünstig zu halten. Zum anderen dienen sie dazu, eine möglichst gleichbleibende Konsistenz, Qualität und einen gleichbleibenden Geschmack zu erzielen oder die Haltbarkeit zu verlängern. Nicht alle Inhaltsstoffe stammen zwangsläufig aus einem künstlichen Ausgangsstoff.

Natürliche Aromen werden beispielsweise aus natürlichen Ausgangsprodukten hergestellt, in der Regel aber dennoch im Labor synthetisiert. Zusatzstoffe sorgen dafür, dass zum Beispiel der Erdbeerjoghurt intensiv nach Erdbeeren schmeckt, obwohl nur ein geringer Anteil an Erdbeeren dem Produkt beigefügt ist, oder dass die Gummibärchen in der Tüte nicht alle zusammenkleben.

Auch wenn nicht alle Nahrungsmittelzusätze direkt einen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit haben, so verändern sie doch zumindest unser Geschmacksempfinden. Das wirkt sich wiederum direkt auf unser Essverhalten aus.

Unser Ernährungsmediziner Dr. Riedl ergänzt dazu: „Einige Farbstoffe und Geschmacksverstärker sollen gesundheitlich schädliche Wirkungen haben, sodass sie beispielsweise pseudoallergische Reaktionen auslösen können. Auch Carrageen in Milchprodukten wie Sahne steht im Verdacht Darmerkrankungen auszulösen. Nicht alle „E-Nummern“ sollten deshalb jedoch pauschal verteufelt werden, denn wenn sie von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zugelassen wurden, ist zumindest bei kleinen verzehrten Mengen nicht mit ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Trotzdem sollte beachtet werden, dass Geschmacksverstärker wie zum Beispiel Glutamat den Appetit anregen und so unser Essverhalten dahingehend beeinflussen können, dass wir vermehrt den Wunsch hegen, weiter Nahrung zu uns zu nehmen. Generell ist es also die beste und einfachste Methode, durch selber Kochen auf den Verzehr von Zusatzstoffen zu verzichten.“

Klassifizierung verschiedener Lebensmittelzusatzstoffe
  1. Süßungsmittel werden zum Süßen von Lebensmitteln verwendet, z. B. Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe.
     
  2. Farbstoffe fügen Lebensmitteln Farbe hinzu oder intensivieren diese, z. B. Kukurmin oder Carotin.
     
  3. Konservierungsstoffe machen Nahrungsmittel länger haltbar, z. B. Natriumsorbat, Benzoesäure.
     
  4. Antioxidationsmittel verhindern die Reaktion von Lebensmitteln mit Sauerstoff und machen diese länger haltbar, z. B. Ascorbinsäure.
     
  5. Trägerstoffe werden verwendet, um andere Inhaltsstoffe, -aromen oder -enzyme in einem Lebensmittel zu lösen, zu verdünnen oder sie ihm beizumischen.
     
  6. Säuerungsmittel, wie z. B. Zitronensäure, erhöhen den Säuregrad eines Lebensmittels.
     
  7. Säureregulatoren verändern bzw. steuern den natürlichen Säuregrad eines Lebensmittels.
     
  8. Trennmittel verhindern, dass einzelne Partikel eines Nahrungsmittels aneinanderkleben.
     
  9. Schaumverhüter verringern die Schaumbildung von Lebensmitteln.
     
  10. Füllstoffe erhöhen einen Teil des Volumens eines Lebensmittels.
     
  11. Emulgatoren ermöglichen das Mischen zweier nicht mischbarer Komponenten, z. B. Öl und Wasser.
     
  12. Schmelzsalze unterstützen den Schmelzprozess des Käses und dessen gleichmäßige Verteilung auf einem Lebensmittel.
     
  13. Festigungsmittel geben Obst und Gemüse mehr Festigkeit und Frische.
     
  14. Geschmacksverstärker heben den Geschmack eines Lebensmittels stärker hervor. Hierzu zählen z. B. Glutamat, Guanylate, Inosinate u.v.m. 
     
  15. Schaummittel ermöglichen eine gleichmäßige Schaumbildung von flüssigen oder festen Lebensmitteln, z. B. Methylcellulose oder die Salze der Speisefettsäuren. 
     
  16. Geliermittel, Verdickungsmittel sorgen dafür, dass Lebensmittel eine festere Konsistenz erhalten, z. B. durch Carrageen, Guakernmehl, Johannisbrotkernmehl oder Ammoniumalginat.
     
  17. Überzugmittel verleihen Lebensmitteln eine glänzende Oberfläche oder bilden einen Schutzüberzug, z. B. Bienenwachs, Schellack oder Carnaubawachs.
     
  18. Feuchthaltemittel sollen ein Austrocknen der Lebensmittel verhindern. Verwendet werden hierfür z. B. Glycerin, Maltit, Sorbit oder Polydextrose.
     
  19. Modifizierte Stärken werden vielseitig eingesetzt, um einem Lebensmittel eine Eigenschaft zu verleihen, die es von Natur aus nicht besitzt, oder um Eigenschaften zu verbessern. Sie dienen u.a. als Verdickungsmittel, Bindemittel, Stabilisatoren, Trägerstoff u.v.m.
     
  20. Packgase sollen die Zersetzung von Lebensmitteln durch Sauerstoffkontakt verhindern und diese länger haltbar machen. Dazu werden sie in die Verpackung eingeleitet, z. B. Stickstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff.
     
  21. Treibgase helfen, ein Lebensmittel, z. B. Sprühsahne, aus seiner Verpackung herauszupressen. Verwendet werden z. B. Helium, Kohlendioxid, Stickstoff.
     
  22. Backtriebmittel vergrößern das Volumen von Teig. Hier kommen Backpulver, aber auch Stoffe wie Kaliumdiphosphat und Natriumkarbonat zum Einsatz.
     
  23. Komplexbildner binden in Lebensmitteln vorhandene Metall-Ionen und verlangsamen so Verderbnisprozesse. Vor allem in Lebensmitteln mit vielen ungesättigten Fettsäuren werden sie eingesetzt. Verwendete Stoffe sind z. B. Isoascorbinsäure, Natriumcitrate oder Weinsäure.
     
  24. Stabilisatoren dienen dazu, den Zustand eines Lebensmittels möglichst lange zu erhalten, z. B. die Farbe, die Konsistenz oder die Bindefähigkeit. Zum Einsatz kommen z. B. Lezithin, Aluminiumsulfat, Monostärkephosphat.
     
  25. Mehlbehandlungsmittel verbessern die Backfähigkeit. Verwendet werden z. B. Ascorbinsäure, Guakernmehl oder Zuckerglyceride.
Icon: Glühbirne
Der Expertentipp von Dr. Riedl

Ein genauer Blick auf die Zutatenliste von Lebensmitteln lohnt sich, denn vor allem Zucker kann sich hinter vielen verschiedenen Bezeichnungen verstecken. Alle Inhaltsstoffe, die auf „-ose“ enden, sind in Wirklichkeit Zucker, beispielsweise Maltose und Dextrose.

Auch hinter Maltodextrin und Gerstenmalzextrakt verbirgt sich Zucker. Aber auch wenn Zucker oder Salz auf der Zutatenliste des Nahrungsmittels auftauchen, müssen sie nicht unbedingt in sehr hohen Mengen enthalten sein.

Achten Sie daher auf die Reihenfolge der Zutaten. Je weiter vorne eine Zutat in der Liste steht, desto größer ist ihr Anteil am Lebensmittel. Auch ein Blick auf die Nährwerttabelle ist sinnvoll: Dort ist noch einmal genau aufgezeigt, wie viel Gramm Zucker, Fett und Salz genau in dem Lebensmittel stecken.

Wie bereits angesprochen, kommen in einigen stark verarbeiteten Produkten außerdem schädliche Transfettsäuren vor. Vermeiden Sie also beim Kauf von Margarine und Co. Produkte, auf denen „Pflanzliches Fett teilweise gehärtet“ vermerkt ist.

Vergleichen Sie bei ähnlichen Produkten die Inhaltsstoffe. Für viele Fertigprodukte lassen sich auch oft Alternativen finden, die weniger Zusatzstoffe beinhalten. 

Phosphate in Wurstwaren, Cola, Schmelzkäse und als Streuhilfe in Pulvern sollten ebenfalls dringend gemieden werden. Phosphate lassen uns schneller altern und fördern bei Nierenkranken den Funktionsverlust der lebenswichtigen Organe. Auch hier lohnt sich also der genaue Blick auf die Verpackung.

Das oberste Gebot bei einer Ernährungsumstellung lautet: keine Verbote. Der Zauberspruch heißt: Auf die Menge kommt es an.

Dr. med. Matthias Riedl

Bild: Pärchen kocht gemeinsam
Schritt für Schritt zu einer gesünderen Ernährung

„Das Beste, was Sie Ihrem Körper in Sachen Nähr- und Vitalstoffe tun können, ist, selber zu kochen.“ Das rät Ernährungsmediziner Dr. Riedl und fügt hinzu: „Wer sich also bewusst und gesund ernähren will, der muss an den Herd, daran führt kein Weg vorbei.“

In dem einen oder anderen regt sich nun vielleicht ein gewisser innerlicher Widerstand, weil entweder die Zeit im Alltag fehlt oder die Kochkenntnisse nicht besonders ausgeprägt sind. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Sie sich keine großen Umstände machen müssen, um Ihre Ernährung gesünder zu gestalten.

Dr. Riedl ergänzt: „Es gibt viele leckere und schnelle Rezepte, die nicht nur einfach zubereitet, sondern auch noch sehr gesund sind. Sie werden außerdem merken: Viele der schon fertig verarbeiteten Lebensmittel lassen sich auch einfach und gesund selber zubereiten und können so mit mehr Nährstoffen und weniger unnötigen Zusätzen punkten.“ 

Bild: Lunchbox mit gesunden Snacks
Fangen Sie mit Kleinigkeiten an

Anstatt Schoko- oder fertige Müsliriegel für die kleine Pause zwischendurch mitzunehmen, greifen Sie zu frischem saisonalem Gemüse und Obst. Cocktailtomaten müssen beispielsweise nur abgewaschen werden und sind sofort verzehrfertig. Selbiges gilt für Äpfel, Birnen, Pfirsiche und viele andere Obst- und Gemüsesorten.

Mischen Sie Ihren Fruchtjoghurt selbst aus Naturjoghurt und einem Klacks Ihrer Lieblingsmarmelade. Nehmen Sie ein paar Nüsse oder Trockenobst, natürlich ohne künstliche Zusätze, als Snack mit oder mischen Sie Ihren Salat in einer Lunchbox und nehmen Sie das selbstgemachte Dressing separat mit. Auch ein selbstgemachter Wrap mit viel Gemüse und Hühnchen kann ein guter Pausensnack sein.

Und wenn Sie Lust auf Pommes Frites haben, können Sie auch die selbst herstellen. Das ist nicht so schwierig, wie Sie vielleicht denken. Kaufen Sie Kartoffeln, schneiden Sie sie in Stifte, würzen Sie mit etwas Salz, Pfeffer, Paprika und ein wenig Raps- oder Olivenöl. Breiten Sie die Kartoffelstifte auf einem Backblech aus und schieben Sie sie zum Garen in den Ofen. In der Regel dauert das nicht viel länger als bei Tiefkühlpommes, ist fettärmer, ohne Nahrungsmittelzusätze und schmeckt um ein Vielfaches besser.

Bild: Frische Gemüsepfanne
Ran an den Herd!

Wenn Sie wirklich etwas ändern wollen, sollten Sie mit dem Einkauf anfangen. Machen Sie sich vor dem Einkauf Gedanken, was Sie gerne essen möchten und schreiben Sie die Zutaten in eine Liste. Planen Sie die Mahlzeiten im Voraus und nehmen Sie sich am Wochenende einmal die Zeit, verschiedene einfache gesunde Rezepte auszuprobieren.

Sie werden schnell merken, dass gesünderes Kochen nicht kompliziert sein muss und überaus gut schmecken kann. Es bedarf lediglich einer etwas besseren Organisation und Sie sollten sich etwas mehr mit den Lebensmitteln beschäftigen.

Unser Ernährungsmediziner fügt hinzu: „Wann immer Sie aufwendig kochen, zum Beispiel eine Gemüsepfanne, machen Sie ruhig die doppelte Portion und heben Sie sich die zweite für den nächsten Tag auf. Oder aber Sie frieren eine zusätzliche Portion ein, dann haben Sie sofort etwas Gesundes zur Hand, wenn es einmal schnell gehen muss.“

Bild: Frau genießt ihr Essen

Genuss neu definieren

In den Köpfen der meisten Menschen ist fest verankert, dass gesunde Ernährung nur aus Körnern besteht, langweilig ist und einfach nicht schmeckt. Und ja, stellt man von Fertigprodukten auf natürliche frische Zutaten um, dann kann dieser Eindruck am Anfang entstehen.

Ihr Geschmackssinn ist durch Geschmacksverstärker, zu viel Zucker und Salz in Fertigprodukten einfach an einen besonders intensiven Geschmack der Lebensmittel gewöhnt. Machen Sie sich aber bewusst, dass dieses intensive Geschmackserlebnis nicht natürlich ist. Es wird ein wenig dauern, bis Sie sich wieder an den einfachen unbehandelten Geschmack von Lebensmitteln gewöhnt haben. 

Lernen Sie Lebensmittel neu kennen und entdecken Sie die Vielfalt, die sich Ihnen bietet. Was man außerdem lernen muss ist, dass eine Ernährungsumstellung keine Diät ist. Sie müssen nicht kategorisch auf alles Mögliche, was Sie gerne essen, verzichten. Stellen Sie vielmehr die Gewichtung innerhalb Ihrer Ernährung um.

Der Tipp von Dr. Matthias Riedl lautet: „Die Basis einer gesunden Ernährung besteht aus viel Gemüse, kombiniert mit hochwertigem Eiweiß und gesunden Ölen. Und das ist überhaupt nicht langweilig, sondern sehr abwechslungsreich und lecker! Es gibt zahlreiche Gerichte, die nicht nur einfach und gesund sind, sondern auch noch richtig gut schmecken und ohne schlechtes Gewissen genossen werden können. Außerdem lautet das oberste Gebot bei einer Ernährungsumstellung: keine Verbote! Anders als bei klassischen Diäten müssen Sie nicht dauerhaft auf Schokolade oder Pommes verzichten. Der Zauberspruch heißt: Auf die Menge kommt es an. Wenn Sie diese kleinen Sünden auf ein geringes Maß reduzieren und sich ab und zu ein Stück Schokolade gönnen, ist nichts dagegen einzuwenden – und mit der Zeit wird der Verzehr dieses Lebensmittels so zu einem noch größeren Genuss!“

Alt Text
Hier finden Sie Hilfe in Ernährungsfragen!

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Ernährung haben oder Hilfe in Gesundheitsfragen benötigen, wenden Sie sich an unsere Ernährungsexperten.
 

Nehmen Sie direkt Kontakt zum Medicum, den Adipositaszentren z. B. im Hamburger Westklinikumin der Südpfalzklinik Kandel auf oder wenden Sie sich direkt an eine Klinik in Ihrer Nähe.