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Bild: Verschiedene Gewürze
Gewürze. Geschmack und Aroma. Gesund genießen.

Gewürze - Eine gute Prise Heilkraft

Sie duften herrlich, verleihen Speisen ihr unverwechselbares Aroma und tun dazu viel Gutes für unsere Gesundheit: Gewürze sind mehr als eine reine Geschmackssache.

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Verleihen Sie Ihrem Wohlbefinden Würze!

Gewürze wie Zimt, Kardamom und Muskatnuss kommen von weit her zu uns und geben Speisen und Getränken eine wunderbar exotische Note. Thymian, Rosmarin und Knoblauch gedeihen dagegen bestens auch in unseren Breiten und peppen viele Alltagsgerichte auf. Doch nicht nur bei der Zubereitung köstlicher Mahlzeiten kommen Sie zum Zug. Auch bei vielen Krankheiten sind Gewürze und Kräuter mit ihrem gesunden Inhalt das richtige Rezept.

Ob frisch in Bio Qualität oder getrocknet – die in ihnen enthaltenen Heilkräfte sind meist schon seit Jahrhunderten bekannt. Grund genug, die kleinen Küchenhelfer jetzt einmal genauer anzuschauen und ihre Wirkungsweisen (wieder) zu entdecken.

Bild: Zimtstangen und gemahlen
Zimt – das gewisse Etwas nicht nur in Spekulatius und Glühwein

Gerade zur Weihnachtszeit ist das würzig-herbe, etwas süße Aroma von Zimt in aller Munde. Es macht den Geschmack von Zimtsternen, Spekulatius und Punsch unverwechselbar, passt aber auch im Sommer toll zu Milchreis oder Pflaumenkompott und kann auch einem Chili die besondere Note verleihen. Nicht nur seinem Duft haftet ein Hauch von Abenteuer an, auch den Mythen, die sich um den Zimt ranken. Von Zimtvögeln war in Arabien die Rede, die das Gewürz in ihren Nestern sammelten. Und Herodot war um 450 v. Chr. der Überzeugung, dass Zimt auf dem tiefen Grund von Seen wächst.

Heute wissen wir, dass es zwei Arten von Zimtbäumen gibt, aus deren Rinde Zimt gewonnen wird: den duftig-süßen Ceylon-Zimt (Cinnamonum verum) aus Sri Lanka und den etwas schärferen Cassia-Zimt, der vor allem in China, aber auch in Vietnam und Indonesien angebaut wird. Ceylon-Zimt schmeckt nicht nur feiner, er enthält auch deutlich weniger ungesundes Cumarin, das der Gesundheit in zu großen Mengen schaden kann. Gerade für die Weihnachtsbäckerei mit Kindern sollten Sie daher lieber zu teureren, aber unbedenklichen Ceylon-Zimtstangen oder Döschen mit Ceylon-Zimtpulver greifen.

Letztlich überwiegen jedoch die positiven Eigenschaften vom Zimt, so dass er im Ayurveda, in der traditionellen Chinesischen Medizin und in der Naturheilkunde einen hohen Stellenwert hat. Er wirkt krampflösend, durchblutungsfördernd, beruhigend und stimmungsaufhellend. Dazu kommt durch das enthaltene Eugenol eine desinfizierende Wirkung, welches selbst in der Zahnmedizin oder zum Beispiel in Mundspülungen zum Zuge kommt.

Außerdem regt Zimt den Appetit und die Darmtätigkeit an. Er macht Speisen bekömmlicher und mindert Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl. Doch so gut er auch schmeckt – Zimt wirkt nicht nur als köstliches Gewürz: auch der unverwechselbare Zimtduft bringt das Gehirn in Schwung.

Bild: Kurkuma als Wurzel und gemahlen
Kurkuma – für die Gesundheit Gold wert

Man kennt die knallgelbe Wurzel als eine der wichtigsten Zutaten der asiatischen und indischen Küche. Kurkuma zählt zu den Ingwergewächsen, schmeckt aber weniger scharf als der bekannte Artgenosse, sondern eher mild-würzig. Es wird auch Gelbwurz genannt, verleiht es doch den meisten indischen Currys und Gewürzmischungen sowie köstlichen Hähnchen- und Reisgerichten ihre goldgelbe Farbe.

In seiner südasiatischen Heimat wird Kurkuma schon längst auch als Heilmittel eingesetzt, vor allem im indischen Ayurveda. Und auch in unseren Breiten hat sich die gesundheitsfördernde Wirkung der Wurzel herumgesprochen. Das liegt an ihren Inhaltsstoffen: ätherische Öle und das Polyphenol Curcumin, das entzündungshemmend und antioxidativ wirkt. In einigen Studien wird die Wirkkraft von Curcumin sogar mit entzündungshemmenden Arzneimitteln wie Aspirin und Ibuprofen verglichen. Zusätzlich zeigt sich in ersten Studien, dass Curcumin zum einen eine krebshemmende Wirkung und auch bei degenerativen Erkrankungen des Gehirns eine positive Wirkung entfalten kann – eine Wirkungsweise, die besonders für die Behandlung von Alzheimer Hoffnung macht.

Sicher ist hingegen, dass Gelbwurz den Magen beruhigt und bei Verdauungsbeschwerden hilft. Er fördert nämlich die Fettverdauung und wirkt damit Völlegefühl und Blähungen entgegen. Darüber hinaus können die gesunden Inhaltsstoffe von Kurkuma das Risiko für Herzerkrankungen verringern und bei der Regulierung des Cholesterinspiegels unterstützen.

Der einzige Nachteil des gut verträglichen Gewürzes besteht darin, dass das enthaltene Curcumin sehr schnell von der Leber abgebaut wird und nicht wasserlöslich ist. Deshalb sollte man bei der Zubereitung von Gerichten mit Kurkuma auch auf eine Kombination mit Fetten wie Oliven- oder Kokosöl setzen. Und wer noch eine Prise schwarzen Pfeffer hinzugibt, nimmt den heilenden Wirkstoff sogar 20 Mal besser auf.

Bild: Fenchel-, Anis- und Kümmelsamen
Anis, Fenchel und Kümmel – drei Klassiker für Magen und Darm

Die natürliche Heimat vom Anis ist der Mittelmeerraum, heute wird er aber überwiegend in Südostasien, Mexiko und Argentinien angebaut. Der typische Duft kommt vom ätherischen Öl Anethol der Früchte, das schleimlösend wirket und bei Erkältungen hilft. Viele denken bei Anis wohl als erstes an Hustenbonbons. Doch er wirkt auch krampflösend, lockert die Muskeln und kann Bauchschmerzen lindern.

Kümmel zählt zu den ältesten Gewürzen der Welt, Spuren davon wurden von Archäologen bereits in den Überresten jungsteinzeitlicher Siedlungen gefunden. Vermutlich wusste man damals schon um die verdauungsfördernde Wirkung seiner würzig-aromatischen Früchte, die das ätherische Öl Carvol in sich tragen. Kümmel wächst auf Wiesen und an Wegrändern in Europa, Asien und Nordafrika.

Bei Fenchel handelt es sich dagegen nicht um ein Gewürz oder Kraut, sondern um ein Gemüse. Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache, doch seine Heilkraft ist unbestritten. Fenchel wirkt harntreibend und antibakteriell, und als Schleimlöser ist er auch bei Hustenbeschwerden eine gute Wahl. Wegen der in ihm enthaltenen ätherischen Öle Anethol und Fenchol hilft er auch gut bei Krämpfen und Magen-Darm-Beschwerden. Und in Kombination mit Kartoffeln ist gekochter Fenchel ein tolles Mittel bei übersäuertem Magen.

Kombiniert man Anis, Kümmel und Fenchel beispielsweise zu einem Tee, vereinen sich die positiven Eigenschaften der Pflanzen zum idealen Magen-Tee. Er sorgt für Entspannung und Wohlgefühl, vor allem bei Krämpfen und Blähungen. Auch bei Husten und Entzündungen verschafft ein solcher Tee Linderung. Und bei jungen Müttern hilft das gesunde Trio dabei, die Milchbildung anzuregen.

Bild: Ingwerwurzel
Ingwer – gar nicht übel

Hier in Europa kennt und verwendet man Ingwer seit rund 700 Jahren. Damit ist er hier eine echte Neuheit, wird er in Indien, China und anderen Ländern Asiens doch schon seit mehr als 3.000 Jahren wegen seines Aromas und seiner Heilwirkung geschätzt.  Die Ingwerpflanzen aus der Familie der Gewürzlilien stammen ursprünglich aus den ostasiatischen Regenwäldern. Frisch verwendet werden nur die jungen, zarten Wurzelableger. Ältere Wurzeln sind zu scharf und werden zu Ingwerpulver gemahlen, das gut zu Suppen, Fleisch- und Fischgerichten passt. Als Faustregel gilt also: Je größer die Wurzel, desto schärfer und auch holziger ist sie.

Nicht nur in der Küche, auch in der Medizin kommt Ingwer immer häufiger zum Einsatz. Seine positive Wirkung auf die Gesundheit verdankt er seinen mehr als 500 wichtigen Inhaltsstoffen, darunter ätherische Öle (Gingerolen), Scharfstoffe (Shogaolen), Vitamin C, B-Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Eisen.

Genau wie Chili regt Ingwer mit seinen Scharfstoffen den Stoffwechsel und die Durchblutung an. Schon dadurch kann der Körper Krankheitserregern mehr entgegengesetzt. Kommt es doch einmal zu einer Erkältung oder einem grippalen Infekt, profitiert der Körper von der antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung der scharfen Wurzel. Kein Wunder, hat man doch herausgefunden, dass Gingerol in Aufbau und Wirkung der Acetylsalicylsäure – bekannt als Aspirin – ähnelt. Diese Ähnlichkeit mit Aspirin erklärt auch die schmerzlindernde Wirkung: Ingwer-Extrakte werden bei der Behandlung von Rheuma und Muskelschmerzen eingesetzt.

Bei Verdauungsbeschwerden ist die asiatische Powerwurzel ebenfalls ein probates Mittel. Die enthaltenen Scharfstoffe beugen Blähungen und Verstopfung vor, beruhigen den Magen und kurbeln die Gallenproduktion an, so dass die Fettverdauung nach einem schweren Essen beschleunigt wird. Aus demselben Grund regt eine Tasse Ingwertee vor dem Essen den Appetit an.

Wer unter Reiseübelkeit leidet, legt am besten etwas Ingwer ins Handgepäck. Alle 4 Stunden ein Stückchen davon zu essen, hilft auf langen Reisen gegen das flaue Gefühl im Magen und mindert den Brechreiz. Selbst unter Matrosen gilt das Kauen von Ingwer als Hausrezept gegen Seekrankheit. Vorsicht geboten ist allerdings für Schwangere, da durch den Genuss von Ingwer vorzeitige Wehen ausgelöst werden könnten. Für junge Mütter, die ihr Kind stillen, ist Ingwer tabu, denn seine Scharfstoffe werden von Säuglingen nicht vertragen. Auch Personen mit Gallensteinen oder zu hohem Blutdruck sollten mit dem Arzt Rücksprache halten, ob sie Ingwer ohne Bedenken essen können.

Bild: Cayennepfeffer als Schote und gemahlen
Cayennepfeffer – ein heißer Favorit bei Verspannungen

Der Cayennepfeffer – auch Chili genannt – verdankt seinen Namen der Hafenstadt Cayenne, die in Guayana auf den Teufelsinseln liegt. Der Name ist insofern irreführend, dass es sich nicht um Pfeffer, sondern um ein Paprikagewächs handelt, dessen Früchte zum Würzen verwendet werden. Christoph Columbus soll die Chilischoten mit nach Spanien gebracht haben. Heute werden sie weltweit in subtropischen und tropischen Regionen angebaut. In der Küche verleiht Cayennepfeffer einer Speise wie Chili con Carne ihre scharfe Note, als Heilpflanze wird er vor allem bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen und Muskelverspannungen angewandt.

Die getrockneten reifen Chilischoten enthalten Scharfstoffe, die sogenannten Capsaicinoide, von denen die Substanz Capsaicin die größte Rolle spielt. Trifft das Capsaicin auf die Haut oder Schleimhaut, reizt es die Schmerz- und Wärmerezeptoren. Das kann jeder bestätigen, der schon einmal ein richtig scharfes Chili con Carne genossen hat. Die Haut wird stärker durchblutet, rötet sich, wird warm und brennt. Diesen Effekt macht man sich zunutze, um verspannte Muskeln zu lockern.

Gleichzeitig werden die Schmerzrezeptoren durch die Reizung mit Capsaicin unempfindlicher, so dass nach kurzer Zeit ein schmerzstillender Effekt eintritt. Darum werden Salben, Cremes und Pflaster mit Cayennepfeffer eingesetzt, um Muskel- und Nervenschmerzen und sogar die Schmerzen bei einem Hexenschuss zu lindern.

Darüber hinaus hat Cayennepfeffer aufgrund seiner enthaltenen Gerbstoffe, ätherischen Öle, Flavonoide und Saponine noch eine Reihe weitere Anwendungsgebiete: Er wirkt antimikrobakteriell, entzündungshemmend, beruhigend und verdauungsfördernd. Das Capsaicin senkt den Blutzucker und soll als Fatburner die Gewichtsreduktion unterstützen. Last but not least gilt es als natürliches Aphrodisiakum.

Tipp: Ist das Essen durch zu viel Cayennepfeffer zu scharf geworden, sollten Sie statt zum Wasserglas zu einem ungetoasteten Toastbrot mit Mascarpone, einem Glas Milch oder Joghurt greifen. So wird das fettlösliche Capsaicin gebunden.

Bild: Rosmarin und Thymian
Rosmarin und Thymian – die Küchenkräuter haben es in sich

Beide Kräuter sind Bewohner des Mittelmeerraums und fester Bestandteil der Kräutermischung der Provence. Die nadelartigen Rosmarinblätter duften und schmecken sehr aromatisch und passen hervorragend zu Fisch, Fleisch und Geflügel. Sie verfeinern Gemüsegerichte und aromatisieren Backwaren oder Pflanzenöle. Die feinen Blättchen des Thymians werden frisch oder getrocknet gerne Suppen, Fisch- und Gemüsegerichten beigegeben und sind häufig auch eine wichtige Zutat für Würste.

Auch in der Naturheilkunde sind Rosmarin und Thymian vielseitig einsetzbar. Dabei ist der Rosmarin schon seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt, diente als anregendes und stärkendes Mittel. Damals galt er auch als Symbol der Liebe und Treue, Hochzeitspaare trugen einen Strauß oder Kranz aus Rosmarinzweigen. Heute weiß man, dass die Wirkung des „Tau des Mittelmeeres“, wie „Ros marinus“ übersetzt heißt, auf seinen wertvollen Inhalt, nämlich Carnosol, Cineol, Rosmanol und Rosmarinsäure, zurückzuführen ist.

Innerlich angewendet, hilft das würzige Kraut bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl. Äußerlich dient es in Massageölen der Förderung der Durchblutung und der Muskelentspannung. Zudem besitzt die Rosmarinsäure antivirale, antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, wodurch Rosmarin eine gute erste Hilfe nach dem Verzehr verdorbener Lebensmittel ist.

Der Thymian wird ebenfalls schon lange als Heilpflanze genutzt und geschätzt. Schon die alten Ägypter wussten um seine heilende Wirkung. Im Echten Thymian ist das ätherische Öl Thymol enthalten, das schleimlösend, krampflösend und antibakteriell wirkt. Es hilft sehr gut bei Bronchitis, Husten und Keuchhusten, verflüssigt festsitzenden Schleim und beugt Hustenkrämpfen vor. Der natürliche Entzündungshemmer ist auch ein angezeigtes Mittel bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, desinfiziert die betroffenen Stellen und lindert die Schmerzen. Zusätzlich hilft Thymian bei Magen-Darm-Problemen wie Völlegefühl, Blähungen und Sodbrennen und schafft Abhilfe bei Mundgeruch.

Bild: Frischer Knoblauch
Knoblauch – hält nicht nur Vampire in Schach

Fast ein Kilo Knoblauch pro Jahr nimmt jeder von uns zu sich. Und das ist gut so, denn die weiße Knolle würzt nicht nur Tzaziki, Tomatensaucen und unzählige andere Speisen mit seinem unverkennbaren Aroma, sondern jede einzelne Zehe enthält viele wirksame Inhaltsstoffe, die unserer Gesundheit guttun. Ganz zuvorderst steht das Allicin, das allerdings erst entsteht, wenn der Knoblauch zerkleinert wird. Es hemmt die Ausbreitung von Pilzen, Bakterien und kann selbst Viren etwas entgegensetzen. Außerdem wirkt die schwefelhaltige Verbindung Ajoen im Knoblauch blutverdünnend: Das Blut fließt leichter durch die Gefäße, was vor Arteriosklerose schützt, den Kreislauf stärkt und Thrombosen sowie Herzinfarkten vorbeugt. Da Knoblauch auch das Immunsystem stärkt, ist er gerade in der Erkältungszeit ein echter Geheimtipp. Roh gegessen wirkt er als natürliches Antibiotikum, bekämpft Bakterien und bringt mit seinen vielen Antioxidantien die Abwehrkräfte in Schwung.

Studien haben gezeigt, dass sich die durchschnittliche Erkältungsdauer im Schnitt um 70 Prozent verringern kann, wenn man – möglichst gleich bei den ersten Krankheitsanzeichen – mindestens zwei zerdrückte Knoblauchzehen mit etwas Wasser zu sich nimmt. Die enthaltenen Antoxidantien wirken aber auch gegen freie Radikale im menschlichen Körper und beugen so Zellschäden und Erkrankungen vor.

Tipp: Das gesundheitsfördernde Allicin entsteht erst, wenn die Zellwände des Knoblauchs beschädigt werden, also beim Pressen oder Hacken der Zehe. Darum empfiehlt es sich, den Knoblauch vor der Verwendung zu quetschen und dann einige Minuten ziehen zu lassen. Garen Sie ihn dann nur wenige Minuten mit, damit die hitzeempfindlichen Schwefelverbindungen erhalten bleiben.

Bild: Gewürznelken
Nelken – gesunde kleine Geschmacksknospen

Mit den Nelken im Garten haben die Gewürznelken nichts zu tun. Wegen ihrer Form, die an kleine Nägel erinnert, werden sie im alemannischen Sprachraum als Nägeli bezeichnet, woraus der Name Nelken entstanden ist. Es sind also keine Blumen, sondern die getrockneten, noch geschlossenen Blütenknospen des immergrünen Gewürznelken-Baums, der mehr als zwanzig Meter hoch werden kann. Sie stammen ursprünglich von den indonesischen Molukken, den Gewürzinseln, werden inzwischen aber weltweit im tropischen Seeklima angebaut.

In der Küche kommen Gewürznelken vielfältig zum Einsatz, besonders in Gerichten, die schwer verdaulich sind. Viele verbinden ihren intensiven Duft mit der Weihnachtszeit, sind sie doch eine unverzichtbare Zutat für Glühwein, Punsch und Weihnachtsgebäck. Die Heilpflanze des Jahres 2010 zählt zu den gesündesten Gewürzen. Sie enthält viele ätherische Öle, vor allem Eugenol, das auch in Zimt vorkommt. Nelken helfen gegen Mundgeruch, sind aufgrund der leicht betäubenden Wirkung des Eugenols ein probates Hausmittel bei Zahnschmerzen und zählen zu den besten bekannten Antioxidantien.

Die Antioxidantien der kleinen Knospen schützen unsere Zellmembranen vor freien Radikalen. Zusätzlich wirken Nelken Keimen entgegen, so dass sie bei Entzündungen z.B. im Nieren-Blasen-Bereich, als Öl bei bakteriell bedingter Akne und gegen unerwünschte Parasiten wie Candida und Aspergillus eingesetzt werden können. Als Gewürz bei schwerem Essen beugen sie Völlegefühl und Blähungen vor und regen die Verdauung sanft an. Und schließlich bringen Nelken den Stoffwechsel auf Trab und reduzieren Wassereinlagerungen, was auch noch der Figur zugutekommt.

Tipp: Gewürznelken lassen sich im Ganzen mit der Speise kochen und gemahlen als Nelkenpulver verwenden. Da gemahlene Nelken sich nicht lange halten, füllen Sie die ganzen Gewürznelken am besten in eine Mühle und mahlen sie einfach nach Bedarf.

Bild: Muskatnuss
Muskatnuss – berauschend süße Würze

Im Mittelalter kostete eine kleine Nuss so viel wie eine halbe Kuh. Heutzutage ist die Muskatnuss, die eigentlich ein Fruchtkern ist, zum Glück für jedermann erschwinglich und ein köstliches Gewürz für Kartoffel- und Gemüsegerichte, Teigwaren und Süßspeisen. Das „duftende Gold“ stammt ursprünglich von den Banda-Inseln in der Karibik. Inzwischen sind Indonesien und Granada die größten Produzenten. Muskatnüsse verbergen sich in den Früchten eines immergrünen Baumes und sind bei der Ernte von einem Fruchtmantel umhüllt, der als Muskatblüte verkauft wird.

Muskatnuss ist als gemahlenes Pulver oder als ganze Nuss erhältlich. Die mild-süße Würze entfaltet sich am besten, wenn das Gewürz bei Bedarf frisch auf einer feinen Muskatreibe gerieben wird. Die Heilwirkung steckt in den enthaltenen ätherischen Ölen, fetten Ölen, Lignanen und Harzen.

Lignane verhalten sich im Körper ähnlich wie Hormone und haben eine ähnliche, wenn auch schwächere Wirkung. Die macht man sich bei der Behandlung von Problemen des Hormonstoffwechsels zunutze, etwa bei Wechseljahresbeschwerden.

Gut hilft die krampflösende Muskatnuss bei Verdauungsbeschwerden wie Magenkrämpfen, Durchfall und Blähungen. Da sie die Durchblutung anregt, ist sie auch als Schmerzmittel geeignet. Schon ein Tropfen ihres ätherischen Öls lindert die Beschwerden bei Muskelkater, Verspannungen und Rheuma. Vor allem aber für die positive Wirkung auf die Psyche wird die Muskatnuss sehr geschätzt. Heiße Milch mit einer Prise Muskat lässt kreisende Gedanken zur Ruhe kommen und ist ein natürliches Schlafmittel. Doch ob als Gewürz oder als Heilmittel – Muskatnuss sollte nur sparsam verwendet werden. Zuviel davon kann nämlich berauschend wirken und sogar zu Vergiftungserscheinungen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit führen.

Bild: Kardamom als Kapseln und gemahlen
Kardamom – schon bei den alten Römern beliebt

Neben Vanille und Safran zählt Kardamom zu den teuersten Gewürzen der Welt, denn die Samenkapseln des Ingwergewächses werden aufwendig per Hand geerntet. Unterschieden wird zwischen süßlich-scharfem grünen Kardamom, der für indische Masalas, Chai-Tee, arabischen Kaffee und süßes Gebäck verwendet wird, und dem herben schwarzen Kardamom, der eher deftige Fleischgerichte verfeinert. In unseren Breiten kommt Kardamom vor allem in der Weihnachtszeit für Lebkuchen, Spekulatius und Glühwein sowie rund ums Jahr in Gewürzmischungen wie Curry und Garam Masala zum Einsatz. Die in den Samen enthaltenen ätherischen Öle haben eine wohltuende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Sie fördern die Verdauung, helfen bei Blähungen, Völlegefühl und Magenkrämpfen. Schon die alten Römer machten sich den Kardamom nach ihren ausgiebigen Orgien zunutze.

Zusätzlich wird durch das Kauen der Samen Mundgeruch beseitigt, auch nach dem Genuss von Knoblauch oder Alkohol. Möglicherweise ist das auch der Grund, warum dem exotischen Gewürz eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird. Besonders der grüne Kardamom soll die Potenz steigern. Da das Gewürz auch Schleim löst, die Durchblutung fördert, harntreibend wirkt und Bakterien, Viren und Pilze bekämpft, wird es auch zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen, Erkältungen und Grippe, Blasenentzündungen, Nierensteinen und Menstruationsbeschwerden empfohlen.

Tipp: Kardamom entfaltet sein Aroma am besten beim Erhitzen. Deshalb sollte das Gewürz beim Kochen möglichst früh dem Gericht zugegeben werden.

Bild: Safran
Safran – ein potentes Heilmittel

Die zartlila Blüten der Krokusse (Crocus sativus) bergen wahre Schätze, nämlich ihre feinen Stempelfäden – den Safran. Vor allem im Mittelmeerraum und Iran wird er millionenfach angebaut und bei der Blüte im November in mühevoller Handarbeit geerntet. Das und die Tatsache, dass es nur eine Ernte pro Jahr gibt, erklärt, warum selbst winzige Mengen des Safrans ganz schön viel kosten. Es ist das teuerste Gewürz der Welt.

Doch sein Geld ist er auch wert. Als Gewürz verleiht Safran Speisen wie Paella, Risotto und Desserts sein typisches, bitter-scharfes Aroma und färbt sie herrlich goldgelb. Daher auch sein Name: Das arabische „Zafaran“ lässt sich mit „gelb“ oder „gelb färbend“ übersetzen. Als Heilmittel ist seine Wirkung vielfältig. Safran gilt als natürliches Potenzmittel für Männer und bringt bei Frauen die Libido in Schwung. Auch bei Depressionen und dem prämenstruellen Syndrom PMS soll Safran wirksam sein, was ebenfalls in so mancher Paarbeziehung für Entlastung sorgen dürfte.

Mit seinen Bitterstoffen ist Safran hilfreich bei Verdauungsbeschwerden und stärkt die Leber. Zudem ist es bewiesen, dass Safran über ein starkes antioxidatives Potenzial verfügt und entzündungshemmend wirkt. Ferner weisen Studien darauf hin, dass das enthaltene Crocetin bei Krebs wirksam sein könnte. Crocetin ist es auch zu verdanken, dass sich die Sauerstoffverteilung im Blut und damit die Sauerstoffversorgung verbessert. Klinische Studien zeigen bereits, dass Safran bei milder bis mittelschwerer Alzheimer Krankheit Besserung bringen kann. Und da das edle Gewürz nicht nur das Sättigungsgefühl verstärkt, sondern auch den Appetit auf Süßigkeiten hemmt, kann es sogar noch den Weg zur Wunschfigur ebnen. Aber Achtung: In größeren Mengen genossen, ist Safran ein Rauschmittel. Falls Sie es nicht als Gewürz, sondern als Nahrungsergänzungsmittel konsumieren möchten, lassen Sie sich in jedem Fall von Ihrem Haus- oder Facharzt beraten.

Tipp: Probieren Sie doch einmal Safranmilch gegen Husten. Dafür wird ein halber Liter Milch mit 5-8 Safranfäden zubereitet. Wenn Sie die Milch dann noch mit Zimt, Nelken, Vanille und/oder Kardamom würzen, haben Sie ein feines und wirkungsvolles Erkältungsgetränk.

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