Asklepios Kliniken
Bild: Blutplättchen
Blut spenden. Leben retten.

Blutspende - Trotz Pandemie? Aber sicher!

Niemand muss eine Ansteckung befürchten: weder durch Grippe- noch sonstige Viren. Wer einen Blutspendedienst aufsucht, sitzt da sicherer als in jeder ärztlichen Praxis.

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Blut dringend benötigt!

Für Dr. Melanie Braun, Fachärztin am Zentralinstituts für Transfusionsmedizin, hielt die Corona-Pandemie eine Überraschung bereit: Die Zahl der Blutspenderinnen und -spender stieg im ersten Lockdown von Tag zu Tag, „völlig unerwartet“, so die 62-Jährige.

Ihre Erklärung: „Plötzlich hatten alle Zeit und das Bedürfnis, etwas Gutes zu tun!“ Leider nahm der gute Wille nach den ersten Lockerungen wieder ab. „Obwohl doch mit Nachlassen der Pandemie die Anzahl der Patientinnen und Patienten wieder zunahm, die dringend auf Blutkonserven angewiesen ist.“

Ein Jahr für ein Menschenleben

Die Leiterin des Hamburger Zentralinstituts für Transfusionsmedizin, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Asklepios Kliniken, ist dieses Dilemma gewohnt: „Die Nachfrage übersteigt in der Regel unser Spendenangebot“, sagt sie. Und das, obgleich das Asklepios-Institut mit seinen dezentralen Blutspende-Diensten niedrigschwellig und fußläufig in den Stadtteilen aufgestellt ist: Seine vier Hamburger Filialen befinden sich in den Einkaufszentren Wandsbek Quarree und Altonaer Mercado, den Fußgängerzonen in Harburg und am Langenhorner Markt. Immerhin: Das Zentralinstitut ist der größte Hamburger Lieferant von Blutprodukten. Pro Jahr werden 40.000 Vollblut- und 20.000 Plasmaspenden gewonnen. Das klingt viel – und wird doch in nur vier Tagen aufgebraucht: Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kommen täglich 15.000 Blutkonserven in Deutschland zum Einsatz. Erschwerend kommt hinzu, dass sie nicht besonders lange haltbar sind: Bei 2 bis 6 Grad gekühlt hält eine Konserve maximal 42 Tage.

Bild: Blutspenderin

„Eine Frau darf alle drei Monate, Männer alle zwei Monate einen halben Liter Blut spenden“, erklärt Dr. Melanie Braun. „Das sind zwei bis drei Liter pro Jahr und Person. Diese Menge benötigt ein Krebspatient, der sich einer Chemotherapie unterzieht manchmal in einem Monat. Da die Therapie nicht nur die Krebszellen tötet, sondern auch die körpereigene Produktion von roten Blutkörperchen unterbindet, benötigt der Patient Fremdblut.“

Das bedeutet: Ein Jahr Blutspenden rettet ein Menschenleben. In diesem Fall. „Bei schweren Verkehrsunfällen werden auch schon mal bis zu zehn Liter Fremdblut eingesetzt“, sagt Dr. Braun. Da Blut nach wie vor nicht künstlich hergestellt werden kann, hängt das Leben von Unfallopfern und schwer erkrankten Menschen von freiwilligen Blutspenderinnen und Blutspendern ab. Die es aber zu wenig gibt: Der Barmer Ersatzkassen-Report 2019 gibt an, dass nur zwei bis drei Prozent aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger mitmachen. „Dabei kann es jeden jederzeit treffen“, mahnt Dr. Braun. „Blutspenden ist so etwas wie die Erfüllung eines Gesellschaftsvertrages: Die Jungen stehen für die Alten ein, die Gesunden für die Kranken.“

Kostenloser Gesundheitscheck

Dabei ist es ganz einfach: Spenden kann jeder Mensch zwischen 18 und 68 Jahren, vorausgesetzt, er ist gesund. Blut benötigt eine bestimmte Qualität, um sicher und heilend eingesetzt zu werden. Von einer Blutspende ausgeschlossen sind daher Menschen mit schweren Herz- und Gefäßkrankheiten, Blutgerinnungsstörungen oder anderen, schweren chronischen Krankheiten. Suchtkranke dürfen kein Blut spenden, ebenso wenig wie Menschen, die sich infiziert haben, etwa mit Hepatitis oder Tuberkulose. Corona-Infektionen spielen insofern eine Rolle, als dass niemand, der an Covid 19 erkrankt ist, sich außer Haus begeben und andere Menschen gefährden sollte. Der Blutqualität kann SARS-CoV-2 nichts anhaben: Die Viren werden nicht über das Blut, sondern über die Schleimhäute übertragen. Ein Grund auch, warum das gespendete Blut im Labor nicht auf Corona-Viren untersucht wird.

Transfusionsmedizin ist eine hochsensible Herstellungstechnologie: Blut gilt als Arzneimittel. Wer, was, wie darf schreibt die strenge „Richtlinie Hämotherapie“ der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts vor. Ihr Regelwerk bestimmt den Gewinnungs- und Herstellungsprozess der Konzentrate aus Blutplasma, Blutplättchen und roten Blutkörperchen.

Bild: Blut im Labor

Dieser hohe Qualitätsanspruch kommt auch Spenderinnen und Spendern zugute: „Jeder, der zu uns kommt, wird ärztlich untersucht und beraten, das abgenommene Blut im Labor auf Erkrankungen und Infektionen untersucht“, erklärt Dr. Braun. „Das gesamte Prozedere dauert maximal eine Drei-Viertel-Stunde und geht in einem Rutsch. Die eigentliche Blutspende dauert sogar nur zwischen 5 und 10 Minuten.“ Anstecken könne man sich dabei nicht: Blutspendedienste arbeiten mit sterilen Instrumenten, seit Ausbruch der Corona-Pandemie setzt jeder Dienst ein umfassendes Hygiene-Konzept um, vergleichbar denen der Impfzentren. Und im Vergleich zu einer Ärztlichen Praxis suchen nur gesunde Menschen die Dienste auf. Niemand ist verschnupft oder krank.

Was die Entscheidung noch erleichtern kann: Es ist kein großer Aufwand. Termine können telefonisch oder online vereinbart werden. Wer drei Mal hintereinander zum Blutspenden kommt, erhält sogar eine kleine Aufwandsentschädigung: 18,50 Euro. Manchmal, erzählt Dr. Braun, kommen 140 Menschen pro Tag. Das ist dann ein guter Tag.

Bin ich nach der Blutspende total schlapp?

Nein, im Gegenteil: Sie können nach wenigen Minuten wieder aufstehen, sind in der Regel genauso fit wie vorher. Studien haben sogar erwiesen, dass regelmäßiges Blutspenden das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senkt, da die roten Blutkörperchen als feste Bestandteile des Blutes erst wieder nachgebildet werden müssen. Ihre Regeneration dauert bis zu zwei Monate, übrigens auch der Grund, weshalb Sie nur alle zwei, drei Monate zum Blut spenden kommen dürfen. In der Zwischenzeit fließt das leichtere Blut dünnflüssig durch den Körper, das Risiko einer Thrombosen-Bildung sinkt. Andere Blut-Bestandteile wie Plasma-Eiweiß, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen ersetzt der Körper bereits nach wenigen Stunden.

Dr. Melanie Braun liebt ihren Beruf. „Er ist so überaus vielseitig!“ schwärmt sie. „Jeden Tag habe ich mit Menschen zu tun, achte auf die Einhaltung unserer qualitätssichernden Maßnahmen, stelle Blutprodukte für Patientinnen und Patienten her, die im Zweifel ihr Leben retten.“ Und erinnert sich an eine ganz besonders herausfordernde Aufgabe: Ein Patient benötigte ein außergewöhnlich zusammengesetztes Blutpräparat.

Anruf der Klinik im Zentralinstitut, Frau Dr. Braun begibt sich auf die Suche. „Es gibt ja weit mehr Blutgruppen-Systeme als die, die die meisten Menschen kennen“, sagt die Fachärztin. Was wir Laien kennen, sind die Blutgruppen A und B, AB und Null, Rhesus positiv und negativ. „Null“, das wissen wir dann auch noch, ist irgendwie was Besonderes. „Dabei gibt es bis zu fünfzig verschiedene Zusammensetzungen!“ sagt die erfahrene Transfusionsmedizinerin. Und lacht: „Nach solch speziellen Präparaten muss auch ich erst einmal fahnden. Die haben wir nicht mal so eben da!“ Und genauso war es dann: Im eigenen Institut ist das gewünschte Blutprodukt schon mal nicht. Auch in den anderen Hamburg Blutbanken kommt das Team um Dr. Braun nicht weiter. Sie dehnen die Recherche bundesweit aus. Dann, nach mehreren Tagen, die erlösende Nachricht: Es gibt einen geeigneten Blutspender in Frankfurt, eine weiteren Blutspenderin in Ulm. Genau zwei Blutkonserven werden gebraucht, der Patient wird operiert. „Das macht dann glücklich“, sagt Dr. Braun.

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