Asklepios Kliniken
Bild: Rosa Schleife auf türkisem Grund
Prävention. Brustkrebs. Früherkennung.

Brustkrebs – Warum Vorsorge so wichtig ist!

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. Wir erklären, warum die Brustkrebs-Früherkennung so wichtig ist und was Sie selbst tun können.

Scrollen

Veränderungen frühzeitig erkennen!

Rund 72.000 Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Brustkrebs. Davon sind vor allem Frauen mittleren Alters zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr betroffen, wobei rein statistisch das Risiko um das 65. Lebensjahr am höchsten ist. Doch nicht jede Veränderung der Brust muss gleich eine Krebserkrankung bedeuten. Darüber hinaus ist Brustkrebs gut heilbar, sofern er früh erkannt wird. Dies zeigt sich in der sinkenden Anzahl an Sterbefällen bei gleichzeitig steigenden Diagnosen. Wir haben darüber mit Frau Dr. Ursula Scholz, Chefärztin am standortübergreifenden Brustzentrum der Asklepios Klinik in Hamburg-Barmbek, gesprochen und die häufigsten Fragen zum Thema Brustkrebs geklärt.

Viele Frauen entdecken Veränderungen und neu aufgetretene Befunde an der Brust zuerst selbst, noch bevor die nächste Vorsorgeuntersuchung oder das nächste Screening stattfindet.

Dr. Ursula Scholz Chefärztin, Standortübergreifendes Brustzentrum, Asklepios Klinik Barmbek

Bild: Junge Frau beim Stretching nach dem Sport

Wie kann
ich einer
Brustkrebserkrankung
vorbeugen?

Pflegen Sie zu aller erst einen möglichst gesunden Lebensstil. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und Ihr Gewicht, sorgen Sie ausreichend und regelmäßig für Bewegung und verzichten Sie weitestgehend auf Alkohol sowie Zigaretten. Damit tun Sie Ihrer Gesundheit auch im Allgemeinen etwas Gutes. „Die beste und wichtigste Vorbeugung sind jedoch eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt sowie die Selbstuntersuchung“ weiß Frau Dr. Scholz.

Bereits ab dem 20. Lebensjahr können Frauen einmal im Jahr bei ihrem Gynäkologen vorstellig werden. Dieser nimmt dann eine Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane sowie einen Zellabstrich des Muttermundes vor. Dies dient der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Ab dem 30. Lebensjahr wird zusätzlich die Brust auf Veränderungen mittels Abtasten untersucht. Neben dem Drüsengewebe der Brust untersucht der Arzt hierbei auch die Lymphknoten der Achselhöhlen auf Schwellungen, Verhärtungen oder Knoten. Außerdem berät er Sie, wie Sie selbst die Brust auf Veränderungen abtasten können.

„Ab dem 50. bis zum 69. Lebensjahr kommt alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung mittels Mammographie hinzu. Hierbei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung des Brustgewebes, die bereits sehr kleine Veränderungen sichtbar machen kann. Bei auffälligen befunden erfolgt eine weitere Abklärung“ erklärt die erfahrene Chefärztin Dr. Scholz. 

Bild: Reife Frau sitzt nachdenklich am Fenster
Welche Risikofaktoren begünstigen Brustkrebs?

Die Ursachen für eine Brustkrebserkrankung sind bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Dennoch lassen sich aus den Statistiken und wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre bestimmte Risikofaktoren ableiten. Abgesehen vom Lebensalter sind ein erhöhter Hormonspiegel, der Lebensstil und genetische Voraussetzungen Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung beeinflussen können.

So können zum Beispiel die langfristige Einnahme der Pille, Kinderlosigkeit, Hormonbehandlungen in den Wechseljahren oder auch das sehr frühe Einsetzen der Menstruation und der sehr späte Eintritt in die Wechseljahre eine Brustkrebserkrankung begünstigen. Das weibliche Hormon Östrogen spielt hierbei eine entscheidende Rolle, da viel Tumore auf das Hormon reagieren.

Im Allgemeinen steigert ein ungesunder Lebensstil das Risiko für jegliche Art von Erkrankung. Beim Brustkrebsrisiko konnte beobachtet werden, dass eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, ein erhöhter Alkohol- und Nikotinkonsum sowie starkes Übergewicht sowohl vor und insbesondere nach den Wechseljahren das Risiko für eine Erkrankung erhöhen können. Es hat sich gezeigt das insbesondere das Bauchfettgewebe eine Wirkung auf den Hormonhaushalt hat. 

Bild: Drei Generationen von Frauen
Welche Rolle spielt die genetische Vorbelastung?

Erkranken in einer Familie mehrere in direkter Verwandtschaft stehende Angehörige (z. B. Großmutter, Mutter und Schwester) an Brustkrebs, kann man von einer Veränderung im genetischen Material ausgehen. Diese Genmutation steigert das Brustkrebsrisiko innerhalb der Familie um ein Vielfaches. Frau Dr. Scholz rät deshalb: „Bei familiärem Brustkrebs ist es wichtig, dass eine humangenetische Untersuchung und Testung erfolgt.“

Frauen mit genetischer Vorbelastung sollten deshalb ein besonderes Augenmerk auf die Brustkrebsvorsorge legen und regelmäßig die empfohlenen Untersuchungen wie zum Beispiel das Screening in Anspruch nehmen. Außerdem sollten Sie mit dem Facharzt weitere Vorsorgeuntersuchungen besprechen, weiß auch Frau Dr. Scholz: „Bei bestimmten Risikogenen sind prophylaktische Operationen zu besprechen. Bei anderen Risikogenen ist eine intensivierte Vorsorgeuntersuchung in Form von Mammographien, Mammasonographien und MRT Mamma erforderlich.“

So lassen sich Veränderungen, Tumore oder andere Brusterkrankung frühzeitig erkennen und behandeln. Die Statistiken zeigen bisher jedoch, dass nur etwa 5 – 10 % der Patientinnen von genetisch bedingtem Brustkrebs betroffen sind.

Nicht jede neue Veränderung, die Sie entdecken, ist automatisch bösartig. Bewahren Sie vor allem Ruhe und lassen Sie alles Weitere durch einen erfahrenen Facharzt abklären.

Dr. Ursula Scholz

Dr. Ursula Scholz erläutert die Selbstuntersuchung

Bild: Frau bei der Mammografie
Was ist das nationale Screening-Programm?

Die Mammografie ist Teil des nationalen Screening-Programms, das die Bundesregierung im Jahr 2002 auf den Weg brachte. Ziel dieses Programms ist es, die Brustkrebsfrüherkennung zu verbessern.

Alle zwei Jahre erhalten Frauen ab dem 50. Lebensjahr durch die „Zentrale Stelle“ eine Einladung zu einer Mammografie im nächstgelegenen zertifizierten Mammografie-Zentrum.  Mit der Einladung erhalten Sie ebenfalls eine Broschüre, die über das Ziel sowie die Vor- und Nachteile der Untersuchung aufklärt. Sollte dies nicht ausreichen, haben Sie Anspruch auf ein Aufklärungsgespräch mit einem Screening-Arzt bzw. einer Screening-Ärztin.  So haben Sie die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob Sie an der Untersuchung teilnehmen möchten.

Entscheiden Sie sich für die Mammografie, können Sie bei der „Zentralen Stelle“ den in der Einladung vorgeschlagenen Termin bestätigen oder einen anderen Termin vereinbaren. Die Untersuchung wird zwischen dem 50. Und 69. Lebensjahr vollständig von der Krankenkasse übernommen.

Bild: Ärztin beurteil Mammografie-Aufnahme
Wie läuft eine Mammografie ab?

Die Mammografie wird in einer speziell zertifizierten Screening-Einheit durchgeführt. Dies kann eine Klinik, ein Mammografie-Zentrum oder ein Mammobil sein. Dort betreuen Sie speziell fortgebildete und erfahrene Screening-Ärzte sowie Medizinisch-technische Radiologieassistenten. Die Radiologieassistentin führt das Brustkrebs-Screening bei Ihnen durch. Dazu wird ein spezielles streng kontrolliertes digitales Mammografie-Gerät eingesetzt. Es werden im Stehen zwei Aufnahmen von Ihrer Brust in unterschiedlichen Positionen gemacht.

Damit das Brustgewebe gut dargestellt werden kann, wird die Brust hierfür zwischen zwei strahlendurchlässigen Plexiglasscheiben kurz zusammengedrückt. Das Zusammendrücken der Brust ist gesundheitlich unbedenklich, wird aber von einigen Patientinnen als unangenehm oder leicht schmerzhaft empfunden. Allerdings kann nur so eine möglichst geringe Strahlendosis eingesetzt und ein detailliertes Bild vom Brustgewebe erstellt werden.

Die Untersuchung dauert in der Regel nicht länger als 15 Minuten. Anschließend werden die Aufnahmen von zwei speziell geschulten Ärzten unabhängig voneinander begutachtet. Damit die Wartezeit für Sie nicht zu lang und aufreibend wird, erhalten Sie in der Regel innerhalb von sieben Werktagen per Post ein Ergebnis.

Was passiert nach der Untersuchung?

Negativer Befund

  • In 97% der Fälle fällt der Befund der Mammografie negativ aus, d. h. es können keine Auffälligkeiten festgestellt werden.
  • Sie erhalten dann nach zwei Jahren erneut eine Einladung zur Mammografie.

Positiver Befund

  • Stellt nur einer der beurteilenden Ärzte etwas Auffälliges auf der Aufnahme fest, wird zunächst ein weiterer Facharzt oder eine Fachärztin hinzugezogen.
  • Erst wenn die Veränderung nicht eindeutig als gutartig eingestuft werden kann, werden Sie zu einem Abklärungsgespräch und ggf. einer weiteren Untersuchung gebeten, z. B. einem Ultraschall oder einer weiteren Mammografie.
  • Sollten auch diese weiteren Untersuchungen zu keinem eindeutigen Ergebnis führen, wird unter örtlicher Betäubung mit einer dünnen Hohlnadel eine kleine Gewebeprobe entnommen (Biopsie).
  • Erst, wenn die Untersuchung des Gewebes den Verdacht auf ein Mammakarzinom erhärtet, wird der Arzt oder die Ärztin mit Ihnen alle weiteren Schritte ausführlich besprechen und entsprechende Maßnahmen einleiten. 

Machen Sie sich keine Sorgen!

  • Von 1000 untersuchten Frauen werden nur bei etwa 30 Frauen weitere Untersuchungen nötig.
  • Lediglich 12 dieser 30 Frauen müssen eine Biopsie in Anspruch nehmen.
  • Letztlich sind durchschnittlich 6 der 12 Frauen tatsächlich von Brustkrebs betroffen.
  • Da im Regelfall durch die Mammografie der Krebs in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, lässt er sich mit einer entsprechenden Therapie gut behandeln. Die Chancen stehen dann sehr gut, dass der Brustkrebs permanent entfernt und die Brust vollständig erhalten werden kann.
Icon: Glühbirne

Tipps für die Mammografie

  • Der ideale Zeitpunkt für die Mammografie ist während oder kurz nach der Regelblutung, da das Gewebe dann besonders weich ist.
  • Ziehen Sie am Tag der Untersuchung Oberbekleidung an, die sich leicht an- und ablegen lässt.
  • Benutzen Sie nach Möglichkeit keine Cremes, Puder oder Deos im Brust- und Achselbereich.
  • Verzichten Sie auf lange Halsketten oder andere Schmuckstücke, da Sie diese für die Untersuchung ohnehin ablegen müssen.
  • Auch mit einem Herzschrittmacher ist eine Mammographie möglich. Informieren Sie jedoch vorher den behandelnden Arzt und die Röntgenassistenz.
  • Informieren Sie die Röntgenassistenz auch, wenn Sie nicht so lange stehen können. Das Screening kann auch im Sitzen durchgeführt werden.
Bild: Krankenschwester
Was ist eigentlich eine Breast Care Nurse?

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet für die Patientinnen einen erheblichen Einschnitt in ihren Lebensalltag. Sie ist verbunden mit großen Sorgen, Ängsten und wirft viele Fragen auf. Aus diesem Grund ist eine gute und intensive Betreuung der Patientinnen vor, währen und auch nach der Behandlung nicht nur durch den Arzt oder die Ärztin nötig.

Die Breast Care Nurses sind Pflegeexpertinnen, die speziell für die Beratung und Betreuung von Brustkrebspatientinnen ausgebildet werden. Sie bieten Unterstützung bei der Terminkoordination, helfen bei der Vermittlung von Selbsthilfegruppen oder stellen den Kontakt zu Sozialdiensten und Psychoonkologen her. Vor allem aber leisten sie seelischen Beistand, informieren, beraten und beantworten Fragen, begleiten und unterstützen bei Untersuchungen, Behandlungen und therapeutischen Maßnahmen, ob z. B. Chemotherapie oder Bestrahlung.

Selbst nach dem Aufenthalt in der Klinik bleiben die Breast Care Nurses Ihr direkter Ansprechpartner und begleiten Sie auch durch die Nachsorge.

Alt Text
Haben Sie Fragen?

Haben Sie Fragen zum Thema Brustkrebs, sind Sie auf der Suche nach einem Facharzt oder möchten Sie eine zweite Meinung einholen?
 

Nehmen Sie Kontakt zu unserem standortübergreifenden Brustzentrum in Hamburg-Barmbek, dem Brustzentrum in Wiesbaden oder zu einer Klinik in Ihrer Nähe auf.