Asklepios Kliniken
Bild: Weihnachtsbaum wird geschmückt
Gesunde Ernährung. Weihnachten. Gesund genießen.

Weihnachtsgenuss statt Feiertagsfrust!

Weihnachten steht vor der Tür. Auch in Corona-Zeiten werden viele die Tage genießen, so gut es geht und sich gerade deshalb etwas mehr gönnen. Wir geben Tipps für ein stressfreies Weihnachten ohne Bauchweh und Herzrasen!

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Nur keine Hektik!

Weihnachten bleibt auch in der Corona-Pandemie traditionell das Fest der Liebe und der Familie. Für viele Menschen bedeutet Weihnachten aber auch jetzt noch vor allem eines: Stress pur. Geschenke kaufen, Päckchen packen und verschicken, Essen vorbereiten, Wohnung putzen und dekorieren. Hektisch hetzen wir herum, sind genervt und bekommen Magenschmerzen oder Herzprobleme, nicht zuletzt auch vom vielen Essen und dem zusätzlichen Alkoholgenuss. Das muss jedoch nicht sein.

Eine gute Planung kann den Stress vor und während der Feiertage merklich reduzieren. Außerdem haben wir bei Prof. Dr. Pohl, Chefarzt der Gastroenterologie in der Asklepios Klinik Altona, nachgefragt, was man dem Magen in dieser Zeit Gutes tun kann und wie man den üblichen Beschwerden nach dem reichhaltigen Festessen begegnet. PD Dr. med. Gerian Grönefeld, Chefarzt der Kardiologie in der Asklepios Klinik Barmbek gibt außerdem Tipps, wie man seine Herzgesundheit auch in dieser Zeit nicht aus dem Blick verliert.

Wer mit der Familie und Freunden gut plant, kann die vielen Anforderungen besser aufteilen.

PD Dr. med. Gerian Grönefeld Chefarzt der Kardiologie, Asklepios Klinik Barmbek

Bild: Familie beim gemeinsamen Backen
Gute Planung vermeidet Feiertagsstress

Verteilen Sie die anstehenden Aufgaben frühzeitig innerhalb der Familie, frei nach dem Motto „viele Hände, schnelles Ende“. Jedes Familienmitglied erhält dann ein paar feste Aufgaben, die vor Weihnachten erledigt werden sollten, sei es Zimmer aufräumen, Staubsaugen oder Einkaufen. Dies können sie auch optisch durch einen Plan beispielsweise am Kühlschrank unterstützen.

Wandeln Sie Aufgaben in Gemeinschaftserlebnisse um. Machen Sie beispielsweise aus dem Aufhängen der Weihnachtsdekoration ein Familienritual, z. B. mit Musik, Plätzchen, heißer Schokolade oder alkoholfreiem Fruchtpunsch. Planen Sie auch das Weihnachtsessen rechtzeitig gemeinsam mit der Familie und wählen Sie Gerichte aus, bei denen für jeden etwas dabei ist. Fokussieren Sie sich auf leckere und leicht zuzubereitende Gerichte oder ein Essen, das sich gut vorbereiten lässt. 

„Da ist gesunder Menschenverstand und ein freundliches Miteinander gefragt. Wer mit der Familie und Freunden gut plant, kann die vielen Anforderungen besser aufteilen. Ehrliches Benennen von Grenzen vermeidet Probleme durch oft falsche Erwartungshaltungen. Das gemeinsame Ziel ist doch, dass sich alle wohlfühlen und entspannen können“, empfiehlt Dr. Grönefeld.

Backen und kochen Sie gemeinsam, denn so können Sie gleichzeitig Zeit zusammen verbringen und die Festtage vorbereiten. Wenn Sie zu Weihnachten Gäste erwarten, dann binden Sie diese doch auch einfach mit ein. Zum Beispiel können die Gäste ja das Dessert vorbereiten oder Getränke mitbringen.

Bild: Familie feiert fröhlich Weihnachten
Entspannte Feiertage

Vor allem aber versuchen Sie den Gedanken loszulassen, dass alles perfekt sein muss. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht darauf, ob jedes Staubkorn aufgesaugt oder jede Fensterbank perfekt geschmückt ist. Sie müssen auch nicht an jeden entfernten Bekannten eine selbst gebastelte Weihnachtskarte verschicken. Nutzen Sie die Zeit lieber, um sich selbst und Ihren Liebsten etwas Gutes zu tun. Verbringen Sie Zeit mit den Menschen, die Ihnen wirklich wichtig sind und nahestehen.

Nehmen Sie sich Zeit, zwischendurch zu entspannen. Suchen Sie sich einen ruhigen Platz, schließen Sie kurz die Augen und atmen Sie ein paar Mal tief durch, auch wenn es vielleicht nur fünf Minuten sind. Dr. Grönefeld ergänzt: „Wer kardiologisch vorerkrankt ist, sollte besonders auf seinen Körper achten. Schwindel, Kopfschmerzen und Erschöpfung sollte man zum Anlass nehmen, eine Pause einzulegen.“

Ein heißes Bad mit duftendem Badezusatz oder wahlweise eine kurze Runde allein um den Block kann ebenfalls für Entspannung sorgen.

Sagen Sie vor allem auch mal „Nein“, wenn Ihnen die Termine und Verabredungen über den Kopf wachsen. Es ist vollkommen in Ordnung, nicht an jeder Glühwein- oder Weihnachtsmarktrunde teilzunehmen, die Plätzchen beim Bäcker zu kaufen statt selbst zu backen oder einfach auch mal nur einen kleinen Weihnachtsbaum aufzustellen, wenn die Zeit oder die Lust für einen üppig geschmückten und farblich abgestimmten Baum fehlt.

Gehen Sie Kompromisse ein. Ihre Kinder im Teenageralter möchten nicht an allen Feiertagen mit Oma und Opa Kaffee trinken? Treffen Sie am besten schon im Vorfeld Absprachen, wann Familienzeit und wann Zeit für Freunde ist. So gibt es weniger Konflikte und lange Gesichter.

Es sind vor allem fettige Speisen, die in der Weihnachtszeit eine große Rolle spielen. Leider hilft der allseits beliebte Verdauungsschnaps dabei nicht!

Prof. Dr. Jürgen Pohl Chefarzt Gastroenterologie, Asklepios Klinik Altona

Bild: Weihnachtsbraten
Was uns auf den Magen und manchmal auch aufs Herz schlägt

Gänsebraten, Plätzchen, Stollen und das auch noch drei Tage am Stück – zu viel, zu fettig, zu süß. Dazu dann noch das eine oder andere Glas Wein oder Bier mehr. Das Essen an den Weihnachtsfeiertagen ist eine Herausforderung für unseren Magen und unsere Verdauung. Prof. Dr. Jürgen Pohl ist erfahrener Gastroenterologe in der Asklepios Klinik Altona und weiß, was die meisten Menschen während und nach den Feiertagen plagt: „Sodbrennen und Völlegefühl bis hin zu Übelkeit sind häufige Symptome.“

Er ergänzt: „Häufig tritt nach einer großen Menge fettigen Essens in Kombination mit Alkohol auch ein sogenannter Reflux auf.“ Dabei fließt der Speisebrei vermischt mit Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre zurück und verursacht dabei das unangenehme Sodbrennen. Vor allem im Liegen oder beim Bücken können diese Symptome nach dem üppigen Weihnachtsessen auftreten.

Doch auch das Herz-Kreislauf-System kann leiden. Die ungesunde Ernährung sowohl in der Vorweihnachtszeit und auch während der Festtage beeinträchtigt durchaus die Gefäße und somit das Herz. „Vor allem die Ernährung ist aus kardiologischer Sicht ein Problem, und das betrifft Alte und Junge gleichermaßen. Übermäßiges und nicht immer gesundes Essen (und Trinken!) gehört leider immer noch zu den eigentlich vermeidbaren Nebenwirkungen dieser Festtage“, erklärt der erfahrene Kardiologe Dr. Grönefeld.

Bild: Fenchel, Anis und Kümmel als Tee
Was den Magen beruhigt

Doch was tun, wenn es zu spät ist und der Magen-Darm-Trakt rebelliert? Gönnen Sie Magen und Darm eine Pause, wenn Sie zu viel gegessen haben. Insbesondere bei Sodbrennen sollten Sie sich in Verzicht üben und idealerweise zum Beispiel drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen. Entweder lassen Sie dann eine der vielen Mahlzeiten komplett ausfallen oder reduzieren zumindest die Portionsgröße. Vermeiden Sie besonders fettige oder süße Nahrungsmittel und verzichten Sie auf Alkohol.

„Der klassische Verdauungsschnaps hilft vor allem aufgrund des Alkoholgehalts bei den genannten Beschwerden leider nicht“, gibt Dr. Pohl zu bedenken und fügt hinzu „Kurzfristig kann eher die Einnahme eines Säureblockers sinnvoll sein, den man in geringer Dosierung freiverkäuflich in der Apotheke erhält.“

Hilfreich kann hingegen der Griff zu Tee sein. Kräutertees aus Fenchel, Anis, Kümmel oder auch Melisse sind ein beliebtes Hausmittel, denn sie wirken krampflösend und verdauungsfördernd. Auch Pfefferminze, Süßholzwurzel, Kamille und Ingwer können in Form von Tee Linderung bei Blähungen, Magendruck und Völlegefühl verschaffen.

Versuchen Sie es außerdem mit Wärme und Bewegung. Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen spenden wohltuende Wärme, der Magen-Darm-Bereich wird dadurch besser durchblutet und die Muskeln können sich entspannen. Wenn Sie das noch mit einem Spaziergang kombinieren, kommt Ihre Verdauung schnell wieder in Schwung und Sie können die restlichen Feiertage unbeschwert genießen.

Vermeiden Sie es, sich zu „überessen“ und trinken Sie ausreichend. Ideal ist stilles Wasser, das zudem zu einem begleitenden guten Sättigungsgefühl beiträgt.

Prof. Dr. Jürgen Pohl

Bild: Junge Leute beim Schlittschuhlaufen
Wie man Bauchweh an Weihnachten verhindert

Noch besser ist es, wenn die Bauchschmerzen gar nicht erst auftreten. Das können Sie von vornherein am besten dadurch vermeiden, wenn Sie ganz einfach die Portionsgrößen bei den Mahlzeiten im Blick behalten. Stellen Sie außerdem den Genuss in den Mittelpunkt. Nehmen Sie sich Zeit beim Essen, kauen Sie ausreichend und schlingen Sie die Mahlzeiten nicht einfach nur herunter. Genießen Sie die Gesellschaft und gute Gespräche. So hat der Magen Zeit, die Information an das Gehirn zu senden, dass er gut gefüllt ist. Das kann nämlich bis zu 20 Minuten dauern.

Denken Sie außerdem an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. „Ideal ist Stilles Wasser, das zudem zu einem begleitenden guten Sättigungsgefühl beiträgt“, empfiehlt Dr. Pohl. Doch nicht nur dafür braucht unser Körper die Flüssigkeit. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr fordert zudem die Verdauung und die Aufnahme aller Nährstoffe aus der Nahrung.

Bauen Sie ausreichend lange und möglichst bewegte Pausen zwischen den Mahlzeiten ein. Ein Spaziergang im Park oder eine Runde mit der Familie auf der Schlittschuhbahn regt die Verdauung an. Doch Sie tun noch mehr für Ihr Wohlbefinden und Ihr Immunsystem. Selbst wenn es nicht besonders sonnig draußen ist, so tankt unser Körper auch in der dunklen Jahreszeit mit einem Spaziergang am Mittag oder frühen Nachmittag Tageslich, das hebt die Laune. Außerdem macht die Bewegung an der frischen Luft den Kopf frei und regt die Durchblutung der Schleimhäute an.

Bei Herzinfarkten sterben heute die meisten Patienten vor der Aufnahme ins Krankenhaus, weil sie zu lange warten.

PD Dr. Gerian Grönefeld

Bild: Herzen mit Pflaster

Im Notfall auch an den Feiertagen zum Arzt

Wenn Sie ernsthafte Beschwerden verspüren, ganz egal ob Herz oder Magen, dann zögern Sie nicht lange, auch an den Feiertagen medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Datenlage gibt Hinweise, dass es an den Feiertagen vermehrt zu ernsthaften Erkrankungen kommt, z. B. einem Herzinfarkt, wie Dr. Grönefeld berichtet: „Tatsächlich weisen Daten aus systematischen Auswertungen daraufhin, dass besonders bei Älteren an den direkten Feiertagen die Infarktrate höher liegt als in den zwei Wochen davor oder danach. Es ist aber nicht einfach, das inhaltlich zu erklären. Vermutlich liegt es an der aufgeladenen Emotionslage, denn aus anderen Untersuchungen ist bekannt, dass sowohl positiver wie auch negativer Stress akute Infarkte auslösen.“

Abgesehen davon, dass es an Feiertagen schiwriger ist, seinen Hausarzt zu erreichen, scheuen sich in der aktuellen Corona-Pandemie die Menschen aus Angst vor einer Infektion das Krankenhaus im Notfall aufzusuchen oder den Rettungsdienst zu verständigen. Dr. Grönefeld appeliert aber auch hier an die Vernunft: „Bei Herzinfarkten sterben heute die meisten Patienten vor der Aufnahme ins Krankenhaus, weil sie zu lange warten. Corona hat dieses Problem leider verschärft.  Echte Infarktsymptome (wie z.B. schwere anhaltende Brustschmerzen, Kollaps mit Übelkeit, Erbrechen, Todesangst) sind auch an Feiertagen ein zwingender Grund, umgehend den Notarzt zu rufen.“

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