Asklepios Kliniken
Bild: Kind mit Papierfisch
Fisch. Gesunde Ernährung. Kinder.

Jod macht klug!

Fördert Wachstum, Entwicklung und Intelligenz: Warum Sie Ihrem Kind bis zu zwei Mal die Woche Seefisch zu essen geben sollten

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Keine Mangelernährung

Kinder sind in Deutschland gut versorgt

Die gute Nachricht vorweg: „Kinder in Deutschland sind gut versorgt“, erklärt unser Experte Prof. Dr. med. Markus Kemper, Chefarzt am KinderHeidberg der Asklepios Klinik Nord-Heidberg. „Eine generelle Mangelernährung sehen wir in unserer Klinik nicht.“ Dennoch machen sich Eltern immer wieder Sorgen um die richtige Ernährung ihres Kindes. Dazu gehört auch die ausreichende Aufnahme von Jod.

Professor Kemper bestätigt: „Wie Calcium und Eisen gehört Jod zu den Mineralstoffen, die für die kindliche Entwicklung besonders förderlich sind“, so der Chefarzt. „Sie liefern zwar keine Energie, steuern aber wichtige Stoffwechselfunktionen.“ Sie sollten daher gezielt mit der Nahrung aufgenommen werden. Bei einer normalen Ernährungsweise ist das in der Regel auch gar kein Problem.

Warum Jod so wichtig ist

Bereits im Mutterleib und vom ersten Lebensjahr an benötigt der Mensch das Spurenelement in ausreichender Menge. Die ist zwar denkbar klein – ein Säugling benötigt 40 Mikrogramm Jod, das sind 40 Millionstel Gramm. Aber ohne Jod geht nichts. Nur mit seiner Hilfe kann die Schilddrüse die Wachstums- und Steuerungshormone Thyroxin und Triiodthyronin ausbilden, die für so lebenswichtige Prozesse verantwortlich sind wie

Bild: Kind mit Bauklötzen
  • das Wachstum und die Entwicklung des Kindes zu fördern
  • das Herz-Kreislauf-System und den Blutdruck zu regulieren
  • Nerven und Muskeln zu steuern
  • die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern
  • die Abwehrkräfte zu stärken
  • die Konzentrations- und Merkfähigkeit zu erhöhen

Nicht zuletzt wirken Schilddrüsenhormone positiv auf die Stimmung und fördern Auffassungsgabe und Lernfähigkeit: Die Heranwachsenden können sich gut konzentrieren, sind wach und neugierig und lernen schnell.

Zu viel oder zu wenig: Auf die Dosierung kommt es an

Da der menschliche Körper Jod nicht selbst herstellen kann, muss er es von außen in ausreichender Menge zu sich nehmen. Das aber ist gar nicht so einfach! Als Spurenelement kommt Jod in Böden und Gesteinen vor, gelangt über die Erde in die Nahrung, über das Regenwasser in Grundwasser, Luft und Meer. Algen, Seetang und Seefisch sind reich an Jod, Gemüse und Obst eher arm, da das Mineral in heimischen Böden kaum noch vorkommt.

Die Schilddrüse reagiert auf Mangel wie Überfluss gleichermaßen empfindlich: Erhält sie zu wenig Jod, leiden kleine wie große Menschen anfangs unter Müdigkeit und Antriebsarmut. Hält der Mangel länger an, versucht die Schilddrüse den Ausfall durch Wachstum auszugleichen. Druck-, Enge- oder Kloßgefühl, Schluckbeschwerden sowie Luftnot durch Druck auf die Luftröhre, Halsgefäße und Speiseröhre können die Folge sein.

Ein Zuviel an Jod wiederum kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Da die Schilddrüsenhormone die Energielieferanten für viele Körperzellen sind, erhöht sich die Drehzahl verschiedener Körperfunktionen. Alles, was hibbelig macht, sucht den Menschen dann heim: innere Unruhe, Nervosität, hoher Blutdruck, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen – gefolgt von Erschöpfung und Kraftlosigkeit.

Bild: Slazstreuer über ienem Kochtopf
Versorgung grundsätzlich gesichert

Um einer eventuellen Mangelernährung der Bevölkerung vorzubeugen, werden seit den 1980er Jahren Lebensmittel in Deutschland systematisch mit Jod angereichert. Am bekanntesten ist das jodierte Speisesalz aus der gelben Packung: In 5 Gramm Salz – das entspricht einem gestrichenen Teelöffel – sind beispielsweise 100 Mikrogramm Jod enthalten. Damit ist die empfohlene Tagesmenge für Jugendliche und Erwachsene zur Hälfte gedeckt.

Jodiertes Speisesalz wird in vier von fünf Privathaushalten, in der Gastronomie und zur Produktion von Wurst- und Backwaren verwendet. Das führt dazu, dass Jugendliche und Erwachsene ihren Bedarf an 200 Mikrogramm Jod zu 80 Prozent über die normale Kost aus Fleisch, Wurst und Brot decken können. Die fehlenden 20 Prozent können beispielsweise aus Meeresfisch, Brokkoli, aber auch Seetang und Algen gedeckt werden können. Als japanischer Salat mit Sesamkörnern schmecken Algen tatsächlich sehr lecker! Einfach einmal ausprobieren.

Bild: Fischtnuggets in Dinosauerierform
Wie viel Jod ist gut für mein Kind?

Das hängt von seinem Alter ab: „Mit jedem Wachstumsschub nimmt der Bedarf an Jod bei Kindern zu“, erklärt Professor Dr. Markus Kemper. „Kleinkinder zwischen dem 1. und 4. Lebensjahr sollten 100 Mikrogramm Jod pro Tag zu sich nehmen, danach steigert sich der Bedarf kontinuierlich bis ins jugendliche Alter von 13 Jahren auf bis zu 180 Mikrogramm pro Tag.“ Diese Jodmengen können gut über Seefisch abgedeckt werden: Der ergiebigste ist der Schellfisch gefolgt von Kabeljau und Scholle.

Auch Fischstäbchen sind besser als ihr Ruf: Ein Stäbchen enthält 50 Mikrogramm Jod, drei Stäbchen decken den Bedarf eines 6- bis 9-Jährigen. Bedauerlicherweise ist das Lieblingsessen so vieler Kinder nur sehr fetthaltig, weshalb Professor Dr. Markus Kemper zu frischem Fisch und Tiefkühlware rät, die im Ofen zubereitet werden können. Überhaupt sei Fisch grundsätzlich zu empfehlen: Er enthält neben Jod wertvolle ungesättigte Fettsäuren, die die Blutwerte senken, hochwertiges Eiweiß, das die Muskeln aufbaut sowie Vitamin D, das die Knochen stärkt

Geben Sie Ihren Kindern ein bis zwei Mal die Woche eine Portion Seefisch zu essen. Und zwar so viel, wie in ihre Hand passt. Je kleiner die Hand, desto kleiner die Menge.

Prof. Dr. med. Markus Kemper Chefarzt des KinderHeidberg, Asklepios Klinik Nord-Heidberg

Bild: Stück Lachs auf einer Küchenwaage
Fisch geht immer – nur bitte in Maßen

Schon im Beikostalter können daher Fisch einmal wöchentlich im Brei dazugegeben werden, ab dem zweiten Lebensjahr dann Hering, Kabeljau, Wildlachs, Makrele, Schellfisch und Seehecht als Filet. Grätenhaltiger Fisch ist erst ab dem Schulalter empfehlenswert. Auch sollten Kinder keinen rohen Fisch und – wegen der auftretenden Schwermetallbelastung wie etwa Quecksilber – keine größeren Mengen an Heilbutt, Thunfisch oder Schwertfisch verzehren.

Vorsicht ist auch bei Fischen und Meeresfrüchten aus Aquakulturen, wie beispielsweise im Lachs, geboten: in ihnen können sich Rückstände von Antibiotika und Pestiziden finden. Fisch ist demnach nicht ausschließlich, aber auch ein wunderbarer Jodlieferant. Damit er das bleibt, rät Professor Dr. Markus Kemper zu einem achtsamen Umgang mit dem Lebewesen: „Fisch bleibt etwas Besonderes. Genießen Sie ihn - in kleineren Mengen und nicht zu häufig, um die Überfischung der Weltmeere nicht weiter voranzutreiben. Decken Sie den Jodbedarf möglichst aus mehreren Quellen: Fisch, Wurst, Milch – die Mischung macht’s!“

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